Im Fall Peggy steht ein Ex-Verdächtiger vor Gericht
Anklage: Sexueller Missbrauch

Politik BY
Bayern
09.06.2015
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Am 16. Juni beginnt vor der Jugendkammer in Hof ein Missbrauchsprozess mit besonderer Brisanz. Vor Gericht muss sich ein Mann aus Halle verantworten. Bei Besuchen im oberfränkischen Lichtenberg (Landkreis Hof) soll er seine Nichte sexuell missbraucht haben. Das Mädchen war die Freundin der seit 2001 spurlos verschwundenen Peggy Knobloch und wohnte im selben Haus.

Bereits nach Peggys Verschwinden war der Angeklagte ins Visier der Ermittler geraten. Der Mann, der derzeit eine Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter verbüßt, räumte bei seiner Vernehmung ein, dass es auch zwischen ihm und Peggy zum Austausch von Zärtlichkeiten gekommen sei. Beweise, dass er etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun hat, fanden die Ermittler nicht, weswegen die Bayreuther Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren einstellte. Der Mann hatte zudem behauptet, dass der Vater seiner Nichte etwas mit dem Verschwinden von Peggy zu tun hätte. Nach intensiven Ermittlungen stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den Familienvater allerdings ein.

Ob der Angeklagte auch wegen des möglichen Missbrauchs von Peggy angeklagt ist, wollte das Gericht nicht sagen. In einer am Montag veröffentlichten Mitteilung teilt es lediglich mit, dass die Hauptverhandlung nicht öffentlich sei, da der Mann zum Tatzeitpunkt noch Jugendlicher war. Mit Rücksicht auf die Persönlichkeitsrechte des Angeklagten und seines Opfers wolle man keine weiteren Angaben zum Verfahren machen.
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