Kabinett entscheidet über Verlagerung von 3155 Stellen - über 370 neue Stellen für die Oberpfalz
Oberpfalz profitiert von Behördenverlagerung

Am Mittwoch wurden Details zur Behördenverlagerung bekannt gegeben. Die Oberpfalz bekommt über 370 neue Stellen. Bild: dpa
Politik BY
Bayern
04.03.2015
190
0

Die Staatsregierung hat eines ihrer derzeit wichtigsten Projekte beschlossen: die Verlagerung von 3155 Behördenstellen aufs Land. Die Entscheidung sei einstimmig getroffen worden, berichtete Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch in München.

In den kommenden Jahren werden insgesamt 3155 Stellen von 50 Behörden verlagert, davon 2225 von Beamten und Beschäftigten und 930 Plätze von Studierenden an verschiedenen Hochschulen. Davon profitiert auch die Oberpfalz.Die Staatsregierung setzt bei der Verlagerung der Stellen auf die natürliche Fluktuation in der Verwaltung. Zwangsversetzungen werde es nicht geben, betonte Finanzminister Markus Söder. «Es werden überwiegend nicht Mitarbeiter verlagert, sondern Arbeitsplätze», hatte er am Montag betont.

Das Konzept zur Behördenverlagerung (Link zum PDF-Dokument) wurde seit Monaten mit Spannung erwartet. Es sieht sowohl die Verlagerung kompletter Behörden als auch Teilverlagerungen vor.

Seehofer: "sehr fundiertes Werk"

Seehofer lobte, Söder habe «ein sehr fundiertes Werk vorgelegt, sehr professionell erarbeitet über lange Zeit». Nach Söders Vortrag hätten - was es nur ganz selten gebe - die versammelten Kabinettsmitglieder spontan applaudiert. Man habe auch an keiner Stelle nachjustieren müssen. Auch Fraktionschef Thomas Kreuzer signalisierte umgehend Zustimmung: Er sprach im Landtag von einem «sehr gelungenen Entwurf». Die Fraktion wurde am Nachmittag über sämtliche Details informiert.

Im Vorfeld galten Marktredwitz, Waldsassen und Vohenstrauß als Favoriten im Nordosten Bayerns. Es gebe "Signale in diese Richtung", hörte man aus dem Dunstkreis von Regierung und CSU-Landtagsfraktion. Hoffnungen machte sich zudem Amberg, wo in zwei Jahren die Leopold-Kaserne schließen wird.

So betrifft die Verlagerung die Region

Seit Mittwochnachmittag steht fest: An diesen Gerüchten war viel Wahres dran. Denn jetzt ist bekannt, welche Gemeinden in der Region wie profitieren werden:


Marktredwitz - 276 Beschäftigte
Waldsassen - 70 Beschäftigte
Windischeschenbach - 60 Beschäftigte
Kemnath - 20 Beschäftigte
Vohenstrauß - 40 Beschäftigte
Amberg - 34 Beschäftigte (Institut für Frühpädagogik) und 64 Beschäftigte (IT-Stelle der Bayerischen Justiz)
Oberviechtach - 20 Beschäftigte
Schwandorf - 20 Beschäftigte
Nabburg - 5 Beschäftigte
Landkreis Cham - 41 Beschäftigte
Weitere Details gibt es in der Karte unten mit Klick auf die grünen Punkte.





Der gesamte Prozess der Verlagerungen soll schätzungsweise fünf bis zehn, vielleicht auch 15 Jahre in Anspruch nehmen.

Seehofer weist Kritik zurück

Die Erwartungen an das Konzept waren gemischt. Während CSU-Abgeordnete für ihre jeweiligen Heimatregionen ein Aufbruchsignal erhofften, warnte man in der Opposition vor Söderschem Blendwerk. "Das Konzept zur Behördenverlagerung sollte über teure Symbolpolitik hinausgehen", forderte die SPD-Sprecherin für Fragen des ländlichen Raums, Annette Karl, aus der Oberpfalz.

Seehofer wies die Kritik etwa aus der Opposition am Mittwoch zurück, dass Behördenverlagerungen keinen Effekt hätten: «Die Wirkung war - von allen Behördenverlagerungen - bisher sehr, sehr positiv.» Als Beispiel nannte er den Umzug des Statistischen Landesamts nach Fürth, aber auch Verlagerungen nach Hof oder Kronach in den vergangenen Jahren. «Das waren alles sehr, sehr wirksame Maßnahmen.»
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.