Knobloch: Mehr Widerstand gegen Rechtspopulisten
"Leidenschaft fehlt"

Politik BY
Bayern
29.08.2016
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München. Die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat die politischen Parteien zu einem entschiedeneren Auftreten gegen das Erstarken von Rechtspopulisten und Rechtsextremen aufgefordert. Noch immer falle die Reaktion viel zu gleichgültig und ungelenk aus, schrieb die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern auf Facebook.

"Ich vermisse die unbedingte Leidenschaft im Kampf um die freiheitlich-demokratischen Werte und um die Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger, die immer öfter bereit sind, sich von den Demokraten abzuwenden." Weder Pegida und "Identitäre Bewegung" noch NPD oder AfD müssten noch als rechtsextrem "enttarnt" werden, erklärte Knobloch weiter. "Die AfD ist längst nicht mehr bürgerlich maskiert, geriert sich offen und ungeniert als umwälzerische Kampfpartei." Sie wolle das Land mit einem "ungeahnten - und unterschätzten - Rechtsdrall" verändern und werde dies auch tun, wenn sie in die Lage dazu versetzt werde.

Schon bei den Wahlen am 4. und am 18. September könnten radikale Rechte aus dem Stand mit erschreckenden Prozentzahlen in zwei weitere Landesparlamente einziehen, so die ehemalige Zentralratsvorsitzende. Es sei zu befürchten, dass sich dadurch auch das Machtgefüge in der gesamten Bundesrepublik tiefgreifend verändere.
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