Kommentar zu Landesplanung/Bayern
Markus Söder muss den Titeln auch Taten folgen lassen

Politik BY
Bayern
12.05.2016
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Markus Söder ist immer für eine Überraschung gut. Wenn die Reaktionen aus den neuen Mittel- und Oberzentren nicht täuschen, dann hat Bayerns Heimatminister selbst seine Parteifreunde nicht teilhaben lassen an seinem Entscheidungsprozess. Ein Alleingang also, den Städtetagschef Ulrich Maly für kritikwürdig hält. Eine Aufwertung von Söders Gnaden.

Das muss nicht heißen, dass die Entscheidungen schlecht sind. Sicherlich zu begrüßen ist die weitere Aufwertung von Waldsassen im Bunde mit Eger. Der Oberpfalz kann es nicht schaden, wenn ganz im Norden ein Pflock eingeschlagen wird. Und die grenzüberschreitende Klammer mit Eger vereinfacht nicht nur die Gespräche mit dem Geldgeber EU, sondern ist auch historisch gerechtfertigt. Jubel auch in den neuen Mittelzentren Nittenau, Erbendorf-Windischeschenbach sowie Pfreimd und Wernberg-Köblitz, die sich künftig dem Mittelzentrum Nabburg zugehörig fühlen dürfen. Wenn überhaupt, dann lässt sich höchstens nörgeln, dass Söder doch sehr auf Kombi-Lösungen setzt.

Hier wie dort ist entscheidend, dass der Freistaat und das Heimatministerium den neuen Titeln auch Taten folgen lassen. Titel ohne Mittel, die nur dem Selbstwertgefühl des Ministers und der Bürgermeister, aber nicht dem der Bürger dienen, sind entbehrlich. Falsche Hoffnungen sind schnell geweckt. Söder sollte also schon etwas vorhaben mit den neuen Mittel- und Oberzentren. Sonst fällt sein Vorstoß unter die Rubrik "Show", noch bevor er in München der Chef ist.

albert.franz@derneuetag.de
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