Kommentar zum islamistischen Extremismus
Die ganze Gesellschaft muss der Radikalisierung entgegentreten

Politik BY
Bayern
01.08.2016
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Die Bedrohung durch islamistische Terroristen begleitet Deutschland schon seit rund 15 Jahren. Seit den verheerenden Anschlägen vom 11. September 2001 auf die USA gibt es die entsprechenden Warnungen der Sicherheitsbehörden. Ebenso lange reisen junge, hier aufgewachsene, junge Männer in die einschlägigen Kriegsgebiete - zunächst in den Kaukasus, dann nach Afghanistan und Pakistan und nun vor allem nach Syrien sowie in den Irak.

Mit dem medialen Auftrumpfen der Terrormiliz Islamischer Staat vor zwei Jahren hat sich die Ausreisewelle zunächst verstärkt. Die deutschen Sicherheitsbehörden sind anfangs offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischt worden. Zum Teil wurden, wie aus Bayern, sogar noch Extremisten in die Türkei abgeschoben, die wenig später beim IS landeten. Ein Fehler. Auch aus der Oberpfalz sind etliche junge Männer als Dschihadisten ausgereist, einer wurde im Kampf in Syrien getötet.

Inzwischen sind die Behörden besser aufgestellt. Dennoch gelingt es immer wieder Extremisten, Deutschland in Richtung Irak und Syrien zu verlassen. Etwa ein Drittel der bundesweit rund 820 Ausgereisten sind wieder zurückgekehrt. Nicht immer gelingt es zu klären, ob es gegen Rückkehrer eine strafrechtliche Handhabe gibt.

Die islamistische Szene hierzulande haben die Behörden inzwischen offensichtlich gut im Blick. Laut Bundeskriminalamt laufen 700 Ermittlungsverfahren im Kontext islamistischer Terrorismus gegen rund 1000 Tatverdächtige.

Doch es gibt immer wieder Nachwuchs. Nach wie vor hat der Salafismus Zulauf. Diese Ideologie liefert den Nährboden für die Radikalisierung. Dem können Polizei und Verfassungsschutz nicht allein entgegentreten. Es ist Aufgabe der Gesellschaft, Radikalisierungen zu verhindern. Familie, Freunde, Schule und Bekannte können erkennen, wenn sich ein junger Mensch verändert.

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