Kommentar zur Behördenverlagerung
82 kleine Erfolgsgeschichten

Politik BY
Bayern
02.03.2016
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Ganze 82 Stellen wurden 2015 in den Norden Bayerns verlegt. Immerhin 82. Oder nur 82. Je nachdem, welcher Politiker den derzeitigen Zwischenstand der Behördenverlagerung bewertet. Die Äußerungen geraten - wie so oft - zu einer Diskussion geprägt von Schwarz-Weiß-Malerei und Rechenexempeln: Sind die neuen Stellen und Studienplätze nur "ein Tropfen auf dem heißen Stein" angesichts eingesparter Stellen bei Lehrern oder Polizeibeamten oder ein "sehr, sehr guter Weg" mit Blick auf Anreize und Maßnahmen, die Zahlen weiter zu steigern?

Der Erfolg lässt sich aber nur unzureichend in der reinen, addierbaren Schaffung und Besetzung der Stellen erfassen. Hier geht es um mehr als blanke Fallzahlen - es geht um Menschen. Menschen mit Familien und Freunden, Interessen und Hobbies. Dadurch potenziert jeder der 82 neuen Wahl-Oberpfälzer oder -Oberfranken den Effekt seiner Neuansiedelung um ein Vielfaches. Verwandte und Lebenspartner ziehen nach, neue Familien werden gegründet. Die Kommunen entwickeln sich in allen Bereichen, indem sie auf die Bedürfnisse eingehen. Zudem eröffnen neue qualifizierte Stellen Bleibeperspektiven für junge Leute aus der Region. All dies mit nicht zu unterschätzenden Synergieeffekten.

Jede einzelne besetzte Stelle hilft somit auf vielfache Weise, Nordbayern leistungsfähiger und attraktiver zu machen. Sicher kann die Behördenverlagerung auch in späteren Stadien die Landflucht im Freistaat in die Ober- und Mittelzentren nicht kompensieren. Um die Strukturschwäche zu verbessern, ist aber jede Initialzündung ein Erfolg. Nun sind 82 neue Impulse hinzugekommen.
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