Kommentar zur Reform des Gymnasiums
Auch mit dem G9 bricht nicht der Bildungswohlstand aus

Politik BY
Bayern
02.08.2016
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Acht Jahre, neun Jahre. Hier nicht, da schon. Das Chaos an bayerischen Gymnasien wird weitergehen. Mehr Klarheit gibt es auch nach den Äußerungen Ludwig Spaenles vom Dienstag nicht. Dabei hatte es doch geheißen, der Unterrichtsminister wolle die Pläne konkretisieren.

"Alles für alle" an einem Standort sei weder finanzierbar noch bezahlbar, erklärte Spaenle. Will heißen: Ein flächen- deckendes G9 wird es nicht geben. Auf der Strecke werden - wieder einmal - die ländlichen Regionen bleiben. Für viele Schüler dürfte der Weg zum nächsten Gymnasium also unter Umständen noch länger werden. In den Metropolen lockt dagegen noch mehr Auswahl.

Mit der Nicht-Entscheidung, die Schulen könnten selbst entscheiden, welche Varianten sie anbieten, hat die Staatsregierung den Schwarzen Peter an die Direktoren weitergegeben. Dabei haben die Eltern und Schüler längst entschieden: Im Versuch "Mittelstufe plus" haben sich zuletzt zwei Drittel für die längere Variante entschieden. Seit der Einführung des G8 ist die Kritik daran nie verstummt. Dennoch kehrt Bayern dieser Variante nicht den Rücken. Die vermeintliche Rückkehr zum G9 ist mehr als halbherzig.

Konkrete Zahlen nannte Spaenle nicht - weder zu Kosten, noch zur Zahl der benötigten Lehrer. Das war zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht zu erwarten. Immerhin sollen Familien die Kosten für einen eventuell weiteren Schulweg nicht selbst tragen müssen. Dass aber im Bildungssystem der Wohlstand ausbricht und jede Schule das Geld und die Lehrer bekommt, die sie braucht, ist äußerst unwahrscheinlich.

alexander.raedle@derneuetag.de
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Stefan Kreuzeck aus Pfreimd | 03.08.2016 | 20:05  
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