Kommentar zur "Reichsbürger"-Bewegung
Zahlen über „Reichsbürger“ zeigen erschreckende Dimension

Politik BY
Bayern
25.11.2016
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Lange Zeit, zu lange Zeit wurden "Reichsbürger" als Spinner und Querulanten belächelt. Dabei hätte das aggressive Verhalten gegenüber Behörden, die Gewalt, die Beamten und Polizisten, aus der Bewegung entgegenschlägt schon längst die Verantwortlichen alarmieren müssen. Um so bitterer, dass es erst zum tragischen Tod eines Polizisten kommen musste.

Die Zahlen, die der bayerische Innenminister Joachim Herrmann nun öffentlich macht, zeigen eine erschreckende Dimension. 1700 "Reichsbürger" gibt es im Freistaat. Und: Es könnten noch mehr sein. Die Behörden ermitteln noch. Weitaus erschreckender ist aber die hohe Zahl der Waffenbesitzer.

340 Menschen, die unseren Staat, seine Gesetze und Regeln entschieden ablehnen, sind bewaffnet. Dabei muss gerade der private Waffenbesitz an eine stabile Persönlichkeit, besondere Zuverlässigkeit und vor allem Gesetzestreue gebunden sein. Sportschützen und Jäger werden dies bestätigen.

Justiz, Polizei und Verwaltung haben nun eine Reihe von Aufgaben. Den als "Reichsbürger" identifizierten Waffenbesitzern müssen ihre Waffen entzogen werden. Zudem muss verhindert werden, dass Menschen mit derartigen Überzeugungen in den Besitz von Waffen gelangen - hier ist auch das Umfeld gefordert. Und die Behörden müssen die "Reichsbürger" in ihren Reihen identifizieren.

Bislang ordnet der Verfassungsschutz 30 bis 40 "Reichsbürger" in Bayern der rechtsextremen Szene zu. Das ist keine Entwarnung. Denn die Analysen sind nicht abgeschlossen. Zudem erweisen sich Anstifter der "Reichsbürger" als Rassisten und Rechtsextremisten.

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1 Kommentar
Alexander Unger aus Amberg in der Oberpfalz | 28.11.2016 | 11:12  
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