Kultusminister Ludwig Spaenle verteidigt seine Reform des Gymnasiums
Acht in neun Jahren

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Bayern
21.10.2016
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Kultusminister Ludwig Spaenle hat seine Pläne für die Weiterentwicklung des Gymnasiums verteidigt. Der Opposition fehlt es an konkreten Angaben.

München. Mit den Plänen soll dem Wunsch vieler Eltern, Schüler und Lehrer nach mehr Lernzeit Rechnung getragen werden, erklärte Spaenle vor dem Bildungsausschuss des Landtags. Demnach können Gymnasien auf eigenen Wunsch mit Beginn des Schuljahres 2018/19 auf ein neunjähriges Modell bis zum Abitur umstellen, wenn Eltern, Schüler, Lehrer und Kostenträger dem unabhängig voneinander zugestimmt haben. Die letzte Entscheidung über die Genehmigung einer verlängerten Schulzeit behält sich Spaenle allerdings selbst vor.

Wie ein Gymnasium mit mehr Lernzeit konkret aussehen soll, ließ Spaenle weiter offen. Klarheit soll es spätestens zum Ende des laufenden Schuljahres geben. Spaenle umriss lediglich die Eckpunkte. So bleibe es bei einem pädagogischen Konzept, das auf den Stoffumfang von acht Jahren ausgelegt sei. Es werde im acht- wie im neunjährigen Modell eine einheitliche 5. Klasse und eine zweijährige Qualifizierungsphase zum Abitur geben. Auch soll in beiden Zügen die mittlere Reife nach der 10. Klasse verliehen werden. "Damit wird die Einheitlichkeit des bayerischen Gymnasiums gewahrt", sagte Spaenle. "Das ist nicht Fisch und nicht Fleisch", urteilte Ausschusschef Martin Güll (SPD) über den Bericht des Ministers. Er vermisste konkrete Aussagen, wie die Umstellung vollzogen und nach welchen Kriterien die Genehmigung dafür erteilt werden soll. "Es bleibt also grundsätzlich beim G8, dieses kann aber verändert werden, wobei nicht klar ist, in welche Richtung", fasste Güll seine Erkenntnisse zusammen. Um die Reform sinnvoll zu gestalten, müsse das Gymnasium auf eine grundlegende G9-Struktur gestellt werden, wie es von einer deutlichen Mehrheit der Eltern, Schüler und Lehrer gewünscht werde.

Als "zu unkonkret" bezeichnete Michael Piazolo (Freie Wähler) die Pläne: "Ich hätte mir erwartet, dass der Minister klar darlegt, wie er sich das künftige Gymnasium vorstellt." Nur auf dieser Basis sei eine zielführende Debatte möglich. Thomas Gehring (Grüne) erklärte, Spaenle habe viel geredet, doch am Ende werde sich nichts ändern, weil es beim grundlegenden G8 bleibe. Gerhard Waschler (CSU) lobte das Vorgehen Spaenles. Dieser ermögliche umfassende Mitsprache an der Erarbeitung des Rahmens, innerhalb dessen die Gymnasien nach ihren Bedürfnissen über den künftigen Weg entscheiden könnten. Damit würden die Fehler bei der überstürzten G8-Einführung nicht wiederholt.

Es bleibt also grundsätzlich beim G8, dieses kann aber verändert werden, wobei nicht klar ist, in welche Richtung.Martin Güll (SPD)
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