Kurienerzbischof Georg Gänswein bei Buchpräsentation
"Benedikt XVI. zeigt viel Selbstkritik"

Der Privatsekretär des emeritierten Papstes, Kurienerzbischof Georg Gänswein, bei der Präsentation des Buches "Benedikt XVI. - Letzte Gespräche" im Literaturhaus in München. Bild: dpa
Politik BY
Bayern
13.09.2016
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München. Der emeritierte Papst Benedikt XVI. zeigt nach Ansicht seines Privatsekretärs in seinem neuen Interviewbuch "ein erstaunliches Maß an Selbstkritik". "Er entmythologisiert sich hier immer wieder selbst", sagte Kurienerzbischof Georg Gänswein am Montag in München bei der Präsentation des Buchs "Letzte Gespräche" mit dem Journalisten Peter Seewald. "Dass Menschenkenntnis nicht seine Stärke ist, gibt er unumwunden zu."

Benedikt verrate darin auch, dass er seit vielen Jahren auf dem linken Auge kaum noch sehe. "Der halb blinde Papst - wer hat das je schon gewusst?", sagte Gänswein, der Präfekt des Päpstlichen Hauses ist. "Vielleicht ist Benedikt XVI. deshalb auch für viele noch nie so menschlich geworden wie hier in diesem letzten Buch - in seinen großen Stärken und seinen kleinen Schwächen und Gebrechen." Das Bild eines Großinquisitors, das manche von ihm zeichneten, sei daher verfehlt.

"Wenn Joseph Ratzinger irgendwo Panzerkardinal ist, dann in der Strenge der Zeitführung, sonst nirgendwo", sagte Seewald, der mit Benedikt Gespräche vor und nach dessen Rücktritt 2013 geführt hatte. Der aus Bayern stammende Papst habe auch mit schwierigen Fragen kein Problem gehabt.

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