Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Weniger Beanstandungen von Lebensmitteln

"Es ärgert die Kontrolleure gewaltig, wenn es immer heißt, die Behörden arbeiten schlampig und zu langsam." Zitat: Andreas Zapf, Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherhei
Politik BY
Bayern
05.07.2016
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Trotz der Affären um Bayern-Ei und die Großmetzgerei Sieber: Die Zahl der in Bayern bei Kontrollen beanstandeten Lebensmittel ist rückläufig. Das zuständige Landesamt beanstandet jedoch eine der Lieblingsbackwaren der Bayern.

München. Von den vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) im vergangenen Jahr untersuchten 59 514 Proben mussten nur 4129 beanstandet werden. Das entsprach einer Quote von 7 Prozent - 2014 waren es noch 8,3 Prozent. Wegen Gefahren für die Gesundheit wurden allerdings nur 0,2 Prozent aller Proben beanstandet, der größte Teil davon betraf Fleisch- und Wurstwaren sowie Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetikprodukte. Der Rest verteilte sich auf Mängel bei Zusammensetzung und Beschaffenheit sowie falsche Kennzeichnungen. LGL-Präsident Andreas Zapf betonte bei der Vorlage des Berichts im Landtag, dass sich die Beanstandungen in erster Linie bei gezielten Verdachtsproben oder Beschwerden ergeben hätten. Daher seien die Zahlen nicht repräsentativ.

Schummeln mit Fischen


Nach den Ermittlungen des LGL weisen noch immer viele Laugenbrezen einen zu hohen Aluminiumgehalt auf. Bei einer Zufallsprobe in 246 Bäckereien lagen knapp 15 Prozent der Brezen über dem Grenzwert. Ursache dafür sind hauptsächlich aluminiumhaltige Backbleche. Nicht gut weggekommen sind auch die Dönerbuden: Bei 33 Kontrollen ergaben sich 28 Beanstandungen, zumeist wegen falsch oder nicht deklarierter Zusatzstoffe sowie irreführender Kennzeichnung. Nicht so genau nehmen es offenbar viele Fischhändler und Gaststätten mit der Bezeichnung der angebotenen Fische: Bei 29 von 191 Proben stimmte die Bezeichnung auf dem Preisschild nicht mit der dahinterliegenden Ware überein. Oft wurden damit billigere Fische zum teureren Preis verkauft.

CSU: Alles sicher


Mit Blick auf den Fall Bayern-Ei und die inzwischen insolvente Großmetzgerei Sieber verwahrte sich Zapf gegen eine "Tendenz zur Skandalisierung" bei der Lebensmittelüberwachung. "Es ärgert die Kontrolleure gewaltig, wenn es immer heißt, die Behörden arbeiten schlampig und zu langsam", sagte Zapf. Der SPD-Abgeordnete Florian von Brunn hielt dennoch an seiner grundsätzlichen Kritik fest. Er sehe gerade bei der Aufarbeitung großer Problemfälle "zu wenig Konzept und zu viel Zufall". "Wenn es zu Todesfällen kommt, muss man aus meiner Sicht alle Register ziehen", erklärte er. Tanja Schorer-Dremel (CSU) betonte dagegen, man könne sich in Bayern bezüglich der Qualität von Lebensmitteln sicher sein. Dies bestätige der LGL-Jahresbericht aufs Neue.

Es ärgert die Kontrolleure gewaltig, wenn es immer heißt, die Behörden arbeiten schlampig und zu langsam.Andreas Zapf, Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherhei
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