Landesparteitag der AfD in Ingolstadt
CSU ein „angeschossener Fasan“

Politik BY
Bayern
21.11.2016
25
0

Ingolstadt. Die AfD in Bayern hat auf ihrem Landesparteitag in Ingolstadt harsche Kritik an Kanzlerin Angela Merkel und der Union geübt. Europa-Abgeordnete Beatrix von Storch warf Merkel sogar eine Mitschuld am Tod von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer vor. "Es gibt einen unmittelbaren Zusammenhang", sagte sie am Sonntag. Merkels Politik locke die Flüchtlinge in unsichere Boote. Deswegen müsse man sagen, dass ihre Politik verantwortlich ist für viele Menschenleben."

Als bekannt wurde, dass Merkel erneut kandidieren will, sagte von Storch: "Es droht die vierte Amtszeit von Angela Merkel - das hatte ich ehrlich gesagt befürchtet." Sie forderte einen "Untersuchungsausschuss Merkel, der sich mit ihren ganzen Rechts- und Verfassungsverstößen auseinandersetzt".

Bystron: Asozialstaat


Der Vorsitzende Petr Bystron des zweitstärksten AfD-Landesverbandes arbeitete sich an der CSU ab. "Wenn man einen Fasan anschießt, denkt er, er könne noch weiter fliegen. Er fliegt auch noch weiter, doch irgendwann ist er tot. Und genau so ist es mit der CSU", sagte Bystron vor rund 400 AfD-Mitgliedern. Als Grund für die Wut der Bürger nannte Bystron die soziale Ungerechtigkeit. "Das hier ist kein Sozialstaat mehr, das ist ein Asozialstaat." Zudem will er das Amt des Integrationsbeauftragten abschaffen: "Integration ist eine Pflicht und eine Bringschuld, die jeder Ausländer automatisch erbringen muss, wenn er hier mit uns leben will." Für eine Übergangszeit schlug er Björn Höcke für das Amt vor, um mehr Abschiebungen zu erreichen. Der Parteitag wurde von aufgeheizten Debatten begleitet, die sich gar in einer kleinen Handgreiflichkeit entluden.

Derweil gab AfD-Chefin Frauke Petry (41) bekannt, dass sie im Wahlkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge als Direktkandidatin zur Bundestagswahl 2017 antritt. Bei einem Kreisparteitag wurde sie ohne Gegenkandidaten am Sonntag mit 92 Prozent (34 von 37 Stimmen) gewählt. Die AfD lag zuletzt bundesweit zwischen 11 und 14,5 Prozent, in Bayern bei 9 Prozent.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.