Machtkampf in der CSU
Seehofer will offenbar Söder ausbremsen

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (links, CSU) wirft Finanzminister Markus Söder (CSU) nicht raus, er unterhält sich nur mit ihm während einer Pressekonferenz. Archivbild: dpa
Politik BY
Bayern
06.03.2016
8
0

Will Horst Seehofer den Aufstieg eines Nachfolgers verhindern? Ende November wurde er als CSU-Vorsitzender wiedergewählt. Nun überlegt er offenbar, sich schon in diesem Jahr erneut als Parteichef bestätigen zu lassen.

München. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer erwägt einem "Spiegel"-Bericht zufolge, entgegen aller Ankündigungen bis 2018 CSU-Vorsitzender zu bleiben. Unter Berufung auf Parteikreise berichtete das Nachrichtenmagazin, der bis 2017 gewählte CSU-Vorsitzende denke daran, sich möglicherweise vom Parteitag Ende dieses Jahres - außerplanmäßig - noch einmal für zwei Jahre im Amt bestätigen zu lassen. Damit wolle er den Aufstieg seines ehrgeizigen Finanzministers Markus Söder verhindern. Ein Parteisprecher bezeichnete den Bericht am Wochenende als "reine Spekulation".

Ende November hatte Seehofer bei seiner Wiederwahl beim Parteitag einen Dämpfer erhalten. Mit 87,2 Prozent musste er sein schlechtestes Ergebnis einstecken. Der 66 Jahre alte Seehofer ist seit 2008 CSU-Vorsitzender und bayerischer Ministerpräsident. Das Amt als Regierungschef will er mit der Landtagswahl 2018 abgeben. Das hat er mehrfach angekündigt und deutlich gemacht, dass er Ministerpräsidentenamt und CSU-Vorsitz in eine Hand legen will. Nach dem Bericht des Magazins soll eine endgültige Entscheidung über den Plan erst fallen, wenn der weitere Verlauf der Flüchtlingskrise absehbar sei. Sollte der Streit mit der CDU um die Flüchtlingspolitik weiter eskalieren, sei Seehofer entschlossen, bis 2018 Parteichef zu bleiben. Söder gilt als aussichtsreichster Kandidat im Rennen um die Nachfolge Seehofers. Allerdings habe sich der aus Franken stammende Söder zuletzt mehrere "Fouls" geleistet, schreibt der "Spiegel" unter Verweis auf Seehofers Umfeld weiter. So habe er jüngst in der Flüchtlingskrise ohne Abstimmung mit den Parteichefs eine "Generalaussprache" der Vorstände von CDU und CSU gefordert. (Seite 5)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.