Mai-Kundgebungen: DGB gegen Entgrenzung der Arbeitszeit
Nicht immer erreichbar

Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler sprach bei der Maikundgebung in Amberg. Bild: Huber
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Bayern
02.05.2016
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Amberg/München. Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler hat zum Tag der Arbeit einen höheren Mindestlohn, höhere Renten und Rentenbeiträge und eine stärkere Regulierung des Arbeitsmarktes gefordert. Der Mindestlohn habe das Wirtschaftswachstum angekurbelt. Jetzt brauche es "eine wirksame Anpassung des Mindestlohns über 8,50 Euro hinaus. Denn: Stillstand ist Rückschritt!", sagte Wechsler bei der Maikundgebung in Amberg.

Statt das Rentenniveau auf 43 Prozent zu senken, "brauchen wir eine Erhöhung des Rentenniveaus zurück auf das Niveau von 2001, das lag bei knapp 53 Prozent", forderte der Gewerkschafter. Auch müssten "versicherungsfremde Leistungen wie die sogenannte ,Mütter-Rente' künftig aus Steuermitteln" statt aus der Rentenkasse bezahlt werden.

Die Agenda-2010-Politik der rot-grünen Bundesregierung von Gerhard Schröder habe "zur gesellschaftlichen Spaltung durch einen staatlich geförderten Niedriglohnsektor und zur Deregulierung der Arbeitsverhältnisse durch Leiharbeit, Werkverträge und Befristungen geführt. Und wir sind immer noch mit der Reparatur dieser Zeit beschäftigt", sagte Wechsler. Leiharbeit, Werkverträge, Befristungen, Praktika und Mini-Jobs müssten jetzt wieder so reguliert werden, dass sie nicht mehr zum Lohndumping benutzt werden könnten. In Ingolstadt forderte Bayerns DGB-Vorsitzender Matthias Jena ein Recht auf freie Zeit und "Nicht-Erreichbarkeit": "Wir wollen gute Arbeit, aber auch Freizeit, die diesen Namen verdient. Familie, Freundschaften und soziales Engagement brauchen diese verlässliche freie Zeit."

Jena mahnte auch einen konsequenten Schutz des freien Sonntags an. Immer mehr Beschäftigte seien zudem "von der Entgrenzung der Arbeitszeit betroffen", weil sie teilweise rund um die Uhr per Handy oder E-Mails erreichbar sein.
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