Maßnahmen gegen Ärztemangel
Leichter zum Landarzt

Politik BY
Bayern
26.01.2016
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Auf dem Land fehlen Ärzte, weil viele Mediziner nach dem Studium lieber in der Großstadt bleiben. Die CSU will das Problem nun von der Wurzel her angehen.

München. Abiturienten mit dem Berufswunsch Arzt sollen in Bayern künftig leichter einen Medizinstudienplatz erhalten, wenn sie sich dazu verpflichten, nach Abschluss ihres Studiums für einen längeren Zeitraum in ländlichen Regionen zu praktizieren. Einen entsprechenden Antrag der CSU billigte der Gesundheitsausschuss des Landtags mit den Stimmen von CSU und Freien Wählern.

Mehr Studienplätze


Zudem soll im Rahmen der vorhandenen Haushaltsmittel die Zahl an Medizinstudienplätzen um zehn Prozent erhöht und diese bevorzugt an künftige Landärzte vergeben werden. Der CSU-Abgeordnete Jürgen Baumgärtner sah in dem Vorstoß ein weiteres Mittel, die Ärzteversorgung im ländlichen Raum auch künftig sicherzustellen. Er stelle eine Ergänzung der bereits von der Staatsregierung eingeleiteten Maßnahmen dar.

Zwei-Klassen-Studium?


Für die SPD erklärte die Ausschussvorsitzende Kathrin Sonnenholzner, dass die CSU-Vorschläge nicht dazu geeignet seien, das begrüßenswerte Ziel einer besseren Landarztversorgung zu erreichen. So führe ein Bonus beim Studienzugang für künftige Landärzte zu einem Zwei-Klassen-Studium, das langfristig dem Ansehen von Hausärzten auf dem Land schade. Außerdem sei es "maximal ärgerlich", eine Erhöhung der Zahl der Medizinstudienplätze um zehn Prozent ohne die Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel für die Hochschulen zu fordern. Ohne mehr Geld und Personal könnten die Universitäten diesen Aufwuchs nicht schultern, betonte Sonnenholzner. Dieser Argumentation schlossen sich die Grünen an. Die Freien Wähler stimmten dem Antrag trotz Bedenken zu. Ansonsten drohe in Sachen Landarztgewinnung weiter Stillstand, meinte der Abgeordnete Karl Vetter.
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