Mehr Flüchtlinge denn je

Bayerns Sozialministerin Emilia Müller rechnet damit, dass der Freistaat heuer 90 000 bis 110 000 Asylbewerber aufnehmen muss.
Politik BY
Bayern
19.08.2015
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Der Innenminister hat die Deutschen schon darauf eingestimmt, dass die Flüchtlingszahlen dieses Jahr erheblich höher ausfallen als bislang erwartet. Heute stellt de Maizière die neue Prognose vor. Klar ist bereits: Es gibt ein neues Allzeithoch.

Die Zahl der Asylbewerber in Deutschland wird 2015 den bisherigen Höchststand aus den 90er Jahren bei weitem übersteigen. Der Bund hebt seine Flüchtlingsprognose voraussichtlich drastisch an, wie das "Handelsblatt" am Dienstag aus Regierungskreisen berichtete. Demnach könnten dieses Jahr 650 000, womöglich sogar 750 000 Asylbewerber nach Deutschland kommen. Bislang hatte das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit rund 450 000 Asylanträgen gerechnet. Deutschlands Behörden hatten 1992 mit etwa 440 000 Asylanträgen den bisherigen Rekordstand gezählt. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte, es sei gut, dass sich die Regierung mit neuen Zahlen ehrlich mache. "Das Innenministerium ist viel zu lange von zu geringen Zahlen ausgegangen", kritisierte sie.

Die bayerische Landesregierung erhöhte ihre Prognose bereits am Dienstag und rechnet nun damit, dass in diesem Jahr zwischen 90 000 und 110 000 Asylbewerber in Bayern untergebracht werden müssen. "Derzeit erreichen Bayern im Schnitt über 1500 Menschen pro Tag - Tendenz weiter steigend", sagte Sozialministerin Emilia Müller. Die tatsächlichen Ankunftszahlen in Bayern liegen noch viel höher, doch ein großer Teil wird auf die übrigen Bundesländer verteilt. Seit Jahresbeginn seien 117 000 Menschen im Freistaat angekommen, sagte Müller. "Davon verbleiben in Bayern rund 50 000."

Flüchtlinge aus Syrien sollten aus Sicht des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) aus dem Asylverfahren herausgenommen werden. Für diese Menschen, die quasi alle ein Bleiberecht in Deutschland bekommen, sollte eine Kontingentlösung geschaffen werden. Das würde Entlastung im Asylverfahren bringen.
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