Mittelzentrum mit Kemnath nich immer ein Wunsch
Probleme „nicht nachvollziehbar“

Der Gemeinderat diskutierte über den Umfang der Sanierung des Alten Rathauses und des Jugendtreffs. Bis Ende November muss die Kommune dafür die Förderanträge stellen. Bild: ak
Politik BY
Bayern
22.10.2016
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Der langgehegte Wunsch, Speichersdorf mit der Stadt Kemnath als Mittelzentrum im Landesentwicklungsprogramm (LEP) auszuweisen, beschäftigt den Gemeinderat weiter. Unverständnis herrscht jedoch darüber, dass es anderswo offenbar problemlos geht.

Speichersdorf. Dem Gremium lag der LEP-Entwurf zur Beratung vor. Kernpunkt der Änderung ist die Einstufung der zentralen Orte. "Obwohl wir schon mehrfach den Antrag für ein gemeinsames Mittelzentrum mit der Stadt Kemnath gestellt haben, wurde unser Anliegen bisher nicht stattgegeben", erklärte Bürgermeister Manfred Porsch. Zum Antrag aus dem Jahr 2015 nahm Staatssekretär Albert Füracker (CSU) schriftlich Stellung.

Demnach ist für die Einstufung von zentralen Orten ein Gutachten in Auftrag gegeben worden, das die Methodik für Aufstufungswünsche festlegen soll. Bei solchen interkommunalen Anträgen spielt die Verwaltungszugehörigkeit eine entscheidende Rolle, die die praktische Zusammenarbeit zum Beispiel über Bezirksgrenzen hinweg erschweren können.

"Es ist anscheinend schwieriger, mit der Stadt Kemnath ein bezirksübergreifendes Mittelzentrum zu bilden als zwischen Deutschland und Tschechien, siehe Waldsassen-Eger oder Selb-Asch. Selbst landkreis- und bundeslandübergreifend geht's problemlos. Das ist nicht nachvollziehbar", monierte Porsch.

Beide Kommunen ergänzten sich durch gute Infrastruktur, große Bedeutung für die Region, Krankenhaus, Schulen und Bahnhof sowie Gewerbe und Industrie sinnvoll. Sowohl die Kemnather als auch die Speichersdorfer Räte haben einstimmig das Ziel per Beschluss bestätigt.

Der Gemeinderat stellte fest, dass die Kommune an diesem Ziel festhalten wird und mit Nachdruck in der neuen Stellungnahme die Aufstufung fordern und den Sinn mit Argumenten untermauern wird. Zweiter Bürgermeister Rudi Heier (SPD) ergänzte, dass die im LEP enthaltene Sollvorschrift der Nichtüberspannung von Siedlungsgebieten durch Höchstspannungsleitungen gestrichen werden müsse, da die Erdverkabelung kommen werde.

Neue Fenster, Türen, Dämmung und Barrierefreiheit das MinimumFür die Sanierung der beiden kommunalen Gebäude Jugendtreff und Altes Rathaus sind bis Ende November die formellen Förderanträge für das kommunale Investitionsprogramm (KIP) zu stellen. Die Ausarbeitung der Planung und Kostenermittlung übernimmt das Architekturbüro Dierl. "Um den Umfang der Sanierung kostenmäßig einzugrenzen, muss über die Fassadengestaltung gesprochen werden", erklärte Porsch.

Franc Dierl (CSU) berichtete, dass die Gebäude aus den 1920er Jahren baustiltypisch vorspringende Gesimse und Gebäudeecken, abgesetzte Fensterfaschen sowie Eingangsbereiche haben. Bei einer Außensanierung würden diese Stilelemente verschwinden. Sie könnten aber durch neu aufgesetzte Fassadenelemente wieder hergestellt werden. Die Mehrkosten betragen laut Thomas Schneider von Bauamt pro Haus zwischen 6000 und 10 000 Euro. Eine Innensanierung sei schwierig, mit erheblichen Mehraufwand verbunden und weniger effektiv, stellte Dierl fest.

Einig waren sich die Räte, dass neben der Heizung neue Fenster, Haustüren und ein wärmegedämmtes Dach zusammen mit der Barrierefreiheit das Mindestmaß der Sanierung darstellen. Die Heizung im Alten Rathaus ist bereits durch eine Gas-Brennwerttherme ersetzt worden. Neben dem Aufsetzen von gestalterischen Fassadenelementen nach der Außendämmung ist die malerische Darstellung der visuellen Retroelemente eine weitere Option.

Das Gremium kam überein, die Alternativen zahlenmäßig zu ermitteln und zudem bei der Regierung die Mindestkriterien für Dämmmaßnahmen bei der Gebäudesanierung im KIP zu erfragen. Porsch ergänzte, dass für jedes der beiden Gebäude 150 000 Euro Sanierungskosten förderfähig sind. Dafür erhält die Gemeinde jeweils 90 Prozent KIP-Förderung. (ak)
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