Münchener Sicherheitskonferenz tagt in Äthiopien
Auf dem Weg nach Afrika

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Bayern
06.04.2016
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München: Hotel Bayerischer Hof |

Von Alexander Pausch

München. Wolfgang Ischinger gilt als einer der erfahrensten deutschen Diplomaten. Obwohl der 70-Jährige schon vor Jahren aus dem Auswärtiges Dienst ausschied, ist der Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz noch immer ein gefragten Vermittler, zuletzt in der Ukraine. Nun führt Ischinger, der an diesem Mittwoch seinen 70. Geburtstag feiert, die Konferenz erstmals nach Afrika.

Seit der ehemalige Botschafter im Jahr 2008 die Leitung der alljährlich im Februar im Hotel "Bayerischer Hof" stattfindenden Tagung übernommen hat, weitete er das Konzept aus. Es gibt weitere Treffen zu ausgewählten Themen oder Regionen - unter anderem in den USA, in Russland und in China. Nach Teheran vergangenes Jahr steht am 14. und 15. April ein Treffen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba an. Thema der Tagung von rund 60 Politikern aus Afrika, Europa und den USA sind etwa die Bewältigung und Verhütung von Flüchtlingsströmen und der gemeinsame Kampf gegen Extremisten und Terroristen.

Krisenbewältigung ist ein Thema, das sich durch die Karriere von Ischinger zieht. Er leitete die deutsche Delegation bei den Bosnien-Friedensverhandlungen (1995), bei den Nato-Russland-Verhandlungen (1996/97) und in der Kosovo-Krise (1998/1999). Nicht zuletzt trägt die Sicherheitskonferenz selbst immer wieder dazu bei, das Gesprächsfäden nicht abreißen. "Der Atomdeal mit dem Iran, die Annäherung zwischen Kuba und den USA oder das Klimaabkommen von Paris zeigen, dass Diplomatie auch unter schwierigsten Umständen funktionieren kann", sagte er vor wenigen Tagen im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt".

Begonnen hat Ischinger 1973 im Sekretariat der Vereinten Nationen in New York. Von 1982 bis 1990 war er persönlicher Referent des damaligen Außenministers Hans-Dietrich Genscher. Sein Amt als deutscher Botschafter in Washington trat Ischinger an, als die Terroranschläge vom 11. September 2001 die USA erschütterten. Von 2006 bis 2008 war er deutscher Botschafter in London.
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