Nach Aschaffenburger Kurden-Krawallen
Polizei richtet Ermittlungskommission ein

Mehmet Tanriverdi. Bild: REGIERUNGonline/Eckel
Politik BY
Bayern
29.03.2016
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Aschaffenburg. Nach den Attacken von Kurden auf eine von überwiegend nationalistischen Türken organisierte Demonstration richtet die Polizei in Aschaffenburg eine Ermittlungskommission ein. Das gab die Behörde am Dienstag bekannt. Die mehrköpfige Gruppe von Beamten solle Fotos und Videos auswerten, um so Tatverdächtige zu identifizieren. Außerdem bitten die Ermittler um Hinweise sowie Bild- und Videomaterial aus der Bevölkerung.

Rund 600 türkische Teilnehmer einer Kundgebung waren am Sonntagnachmittag von mehreren hauptsächlich aus Südhessen und dem Raum Stuttgart angereisten Kurden angegriffen worden. Sie schleuderten von einem Fußgängerüberweg aus Böller und Steine auf die Türken. Anschließend verschanzten sich die Angreifer in einem Haus. Ein Polizist erlitt durch einen auf ihn abgefeuerten Feuerwerkskörper ein Knalltrauma. Erst mit einem Großeinsatz konnten die Beamten 36 Tatverdächtige vorläufig festnehmen. Gegen diese leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf schweren Landfriedensbruch, versuchte gefährliche Körperverletzung und Verstöße gegen das Versammlungsgesetz ein.

Die Kurdische Gemeinde in Deutschland bedauerte die Vorfälle vom Ostersonntag. In einer gemeinsamen Erklärung mit der Türkischen Gemeinde Deutschland habe man bereits im vergangenen September vor einer Eskalation gewarnt, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Mehmet Tanriverdi. Die Innenpolitik der Türkei und das militärische Vorgehen der türkischen Regierung reichten schon längst in die innen- und sicherheitspolitischen Belange Deutschlands hinein
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