Nach der Sparkassen-Schließung
„Ausgeräumt“

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Bayern
16.11.2016
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Noch hofft die Gemeinde, eine tragbare Lösung in Sachen Geldversorgung zu finden. Seit 1. November ist die Geschäftsstelle der Bayreuther Sparkasse geschlossen. Zur Lösung beitragen könnte die Oberpfälzer Verwandtschaft.

Mehlmeisel. "Die Sparkasse ist ausgeräumt. Nur noch die Automaten stehen drinnen", informierte Rathauschef Franz Tauber am Montag bei der Gemeinderatssitzung. Hoffnung bestehe aber weiterhin. Letzte Woche war Landrat Hermann Hübner im Rathaus. Bei dem Gespräch waren auch die Sprecher der Gemeinderatsfraktionen geladen. Zum Ergebnis des Gesprächs sagte Tauber lediglich: "Vielleicht gibt es noch eine Möglichkeit". Denn laut des Bürgermeisters laufen der Sparkasse die Mehlmeiseler Kunden weg. Auch viele junge Leute wechseln die Bank. Ein Silberstreifen für Franz Tauber ist hier, dass Sparkassenvorstand Wolfgang Hetz nochmals nach Mehlmeisel kommen will. Tauber hofft, dass wenigstens die Automaten bleiben.

Eines schloss Franz Taubner aus: Ein Cash-Terminal im Rathaus. Dieses hatte die Sparkasse angeregt. Bei einem solchen könnten dann nur 200 Euro ausbezahlt werden. Außerdem würden zwei Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung gebunden, die sich dann zusätzlich um die Bargeldversorgung kümmern müssten. Außerdem biete die Sparkasse keine Lösung für die Sicherheitsfrage. Das Rathaus sei schließlich nicht dafür ausgerichtet, dort größere Geldbeträge zu verwalten.

Sollte sich die Bayreuther Sparkasse weiter sperren, könnte sich Tauber eine Oberpfälzer Lösung vorstellen. Die Gemeinde habe bereits Kontakt zur Sparkasse Oberpfalz Nord und einer weiteren Bank aufgenommen. Dies bestätigt die Sparkasse mit Sitz in Weiden am Dienstag. Bis Ende des Monats will sie entscheiden, ob eine neue Filiale in Oberfranken denkbar wäre.

Keine Antwort vom Minister

Von Bernhard Kreuzer

Unter der Schließung der Mehlmeiseler Sparkassen-Filiale leiden besonders ältere und behinderte Menschen, die nun für ihre Bankgeschäfte vier Kilometer weit nach Fichtelberg fahren müssen. Die Staatsregierung hat im August 2014 die Landesentwicklung als zentrale Aufgabe des Heimatministeriums definiert. Zur Bewältigung des demografischen Wandels heißt es: "Entscheidend ist, ein funktionierendes Netzwerk nachhaltiger, sozialer Angebote und Strukturen aufzubauen. Denn dies trägt maßgeblich zum Erhalt guter Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort bei."

Vor drei Wochen ging ans Heimatministerium eine Anfrage, wie sich dieser Auftrag mit dem Rückbau der Banken am Land verträgt. Inzwischen kann man sagen: "Keine Antwort ist auch eine Antwort." Sie zeigt den großen Unterschied zwischen Plänen auf dem Papier und der Realität. Es bleibt zu hoffen, dass Söders Ministerium Bürgermeister Franz Taubers Anfragen bessere Antworten liefert.
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