Nach Hungerstreik von Flüchtlingen in München
Polizei räumt Camp

Nachdem die hungerstreikenden Flüchtlinge in dem Protestcamp nun auch angekündigt hatten, nichts mehr zu trinken, wurde das Camp durch die Polizei geräumt. Bild: Matthias Balk/dpa
Politik BY
Bayern
05.11.2016
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München. Nach wochenlangen Protesten von Flüchtlingen samt Hungerstreik hat die Polizei das Camp in München aufgelöst. Dutzende Beamte und Mitarbeiter des Kreisverwaltungsreferats riefen die Menschen am Freitagabend auf, das Lager in der Innenstadt zu räumen. Die Flüchtlinge kamen dem nach, packten Pavillons und Isomatten zusammen. Laut Sprecherin Narges Nasimi hatte das Camp zuletzt etwa 80 Teilnehmer. Sie betonte, die Flüchtlinge seien zur Räumung gezwungen worden.

Die Polizei erklärte den Einsatz damit, dass sich die Lage in den vergangenen Stunden deutlich zugespitzt habe. Schon 15 Flüchtlinge, die seit Montag im Hungerstreik waren, hätten im Krankenhaus versorgt werden müssen. Die Teilnehmer seien geschwächt und in den nächsten Tagen und Nächten solle es kalt werden - mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Zudem wollten die Menschen nun auch noch aufs Trinken verzichten. "Eine Gefahr für Leib und Leben kann nicht mehr ausgeschlossen werden", sagte ein Polizeisprecher.

Wie viele Beamte im Einsatz waren, sagte der Sprecher zunächst nicht. Die Einsatzkräfte hatten den Platz nahe dem Sendlinger Tor abgesperrt. Auch einige Straßen konnten nicht mehr genutzt werden, zudem war eine Straßenbahnverbindung blockiert. Unmittelbar am Sendlinger Tor kletterten mehrere Menschen auf Bäume.
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