Nach Terroralarm: Münchener Polizei gibt weitgehend Entwarnung
Gefahr nur noch "abstrakt"

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Bayern
04.01.2016
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München/Berlin. Der Anti-Terror-Einsatz zu Silvester in München wirft viele Fragen auf - und hat die Debatte über schärfere Terrorgesetze neu angefacht. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) fordert eine engere Zusammenarbeit mit ausländischen Sicherheitsbehörden. "Auch im neuen Jahr bleibt die Lage sehr ernst", betonte er. Die CSU dringt auf eine härtere Gangart gegenüber sogenannten Gefährdern in Deutschland.

Nach dem Terroralarm von München fahndet die Polizei weiter nach möglichen Verdächtigen aus Syrien und dem Irak. Unklar blieb aber auch am Wochenende, welchen realen Hintergrund die Warnungen hatten. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sagte: "Die Bedrohung war ernstzunehmen, und die Behörden haben total richtig reagiert."

Ein erster Hinweis auf einen geplanten Anschlag um den 6. Januar herum soll bereits am 23. Dezember bei der Polizei in Karlsruhe eingegangen sein. Ein Iraker habe sich auf dem Polizeirevier gemeldet und angegeben, sein im Irak lebender Bruder kenne die Attentäter, berichteten am Sonntag die Sender SWR und BR. Der Terroralarm wurde aber erst ausgelöst, als an Silvester ein konkreterer Hinweis aus Frankreich die Sicherheitsbehörden erreichte.

Innenminister de Maizière setzt angesichts der Bedrohungslage auf eine bessere Kooperation auch auf internationaler Ebene. "In Zukunft wird es noch intensiver als bisher darauf ankommen, dass wir mit den Sicherheitsbehörden anderer Staaten eng zusammenarbeiten und Informationen austauschen", sagte er.

Die Polizei stufte die Terrorgefahr in München am Sonntag nur noch als "abstrakt" ein. Allerdings sorgten zwei Fehlalarme für Unruhe. In der Nacht zum Sonntag wurde der Bahnhof Pasing teilweise erneut gesperrt, nachdem ein Sprengstoffhund angeschlagen hatte. In Mammendorf bei München wurde zuvor nach einer Bombendrohung ein Zug gestoppt. In beiden Fällen wurde nichts gefunden. "Bitte führt euer Leben weiter wie bisher. Uns liegen derzeit keine konkreten Hinweise auf eine Gefährdung vor!", erklärte die Münchener Polizei auf Twitter. (Seite 3)
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