Nato-Marineverband auf Schleuserjagd
Untiefen der Ägäis

Der Soldat auf dem kanadischen Schiff "HMCS Fredericton" beobachtet die Ägäis. Das Kampfschiff gehört zum Nato-Marineverband II. Bild: Royal Canadian Navy
Politik BY
Bayern
15.02.2016
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München. Die Flüchtlingskrise in der Ägäis hat bewiesen, dass es in der Nato auch sehr schnell gehen kann. Einen Tag nachdem der Ministerrat den Einsatz zur Bekämpfung von Schleuserbanden und illegaler Einwanderung nach Europa beschlossen hatte, liefen die Schiffe des ständigen Nato-Marineverbandes II in ihr Einsatzgebiet ein. Am Freitag gegen 22 Uhr waren sie vor Ort, sagte Nato-Oberbefehlshaber, US-General Philipp M. Breedlove, am Rande der 52. Münchener Sicherheitskonferenz vor Journalisten. Er lobte die Vorarbeit der Deutschen, Griechen und Türken. Auf deren Antrag hin war die Mission beschlossen worden. Deutschland hatte die beiden anderen Länder mit ins Boot geholt.

Der Einsatz dient der Aufklärung, Überwachung und Beobachtung in den Gewässern zwischen Griechenland und der Türkei. Die Ergebnisse werden mit den griechischen und türkischen Behörden sowie der europäischen Grenzschutzagentur Frontex geteilt. Es sei an diesen, zu handeln. Selbstverständlich würden die Nato-Schiffe internationales Seerecht beachten und in Not geratene Flüchtlinge retten, sagte Breedlove. "Die Türkei hat zugestimmt, diese zurückzunehmen." So solle verhindert werden, dass die Nato-Mission einen Sog-Effekt auslöst. Zu Beginn waren vier Kampfschiffe und der deutsche Versorger "Bonn", der als Flaggschiff dient, in der Ägäis. "Ihre Zahl wird wachsen", sagte Breedlove.

Die einzelnen Bestimmungen der Einsatzregeln würden derzeit ausgearbeitet. Angesichts der Streites zwischen Griechenland und der Türkei über die Seegrenze würden Schiffe beider Länder nur in den jeweiligen Hoheitsgewässern operieren.
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