Naturschützer fordern mehr Naturwald
Staat hat ausgesägt

Politik BY
Bayern
23.02.2016
79
0

München. In der Oberpfalz sollen nach den Vorstellungen von Naturschützern mehrere Forstflächen in Naturwälder umgewandelt werden, in denen eine Bewirtschaftung untersagt ist. Betroffen wären unter anderem die Wälder auf den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels sowie der Wellucker Wald im Kreis Amberg-Sulzbach. Das geht aus einer Vorschlagsliste hervor, die Bund Naturschutz (BN) und "Greenpeace" erarbeitet haben. Zudem empfehlen beide Verbände die Ausweisung kleinerer Parzellen im Oberpfälzer Wald.

Mit der Ausweisung der Naturwälder soll der seit 2007 geltenden nationalen Verpflichtung nachkommen, zehn Prozent seiner Waldflächen im öffentlichen Besitz unter diesen Schutz zu stellen. Ziel ist der Erhalt besonders wertvoller Buchenholzkulturen mit großer Artenvielfalt. Nach den Vorschlägen von BN und Greenpeace sollten im Wellucker Wald 600, am Übungsplatz Grafenwöhr 300 und im Bereich Hohenfels 1200 Hektar Wald aus der Bewirtschaftung genommen werden.

Im Oberpfälzer Wald wäre die Ausweisung ökologisch wertvoller Reste alter Wälder, so genannter "Altholzinseln", mit einer Größe von je maximal 20 Hektar möglich. Der Anteil an Naturwäldern im öffentlichen Besitz würde sich von derzeit rund 0,5 auf knapp 3 Prozent erhöhen. Wegen der intensiven Holznutzung in den vergangenen Jahrzehnten gibt es hier keine weiteren schützenswerten Flächen.

BN-Landeschef Hubert Weiger betonte, dass man sich ausschließlich auf öffentlichem Besitz konzentriert habe. Bayernweit umfasst die Liste fast 50 Einzelmaßnahmen mit insgesamt rund 88 000 Hektar. Insgesamt wächst im Freistaat auf etwa 2,5 Millionen Hektar Wald.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.