Neue Kläranlage für Speichersdorf
Zukunft des Schmutzwassers

Die alte Kläranlage in Speichersdorf wird aufgerüstet. Bild: ak
Politik BY
Bayern
04.02.2016
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Die Entscheidung über die Zukunft der Abwasserbehandlung ist gefallen. Speichersdorf wird sich weiter selbst um die Reinigung des Schmutzwassers in einer eigenen sanierten Kläranlage kümmern. Der Anschluss an Kemnath ist aus Kostengründen vom Tisch.

Speichersdorf. Bürgermeister Manfred Porsch formulierte in der Gemeinderatsitzung das Ziel: "Wir müssen unsere 26 Jahre alte vollbiologische Kläranlage für die technischen und gesetzlichen Vorgaben von heute und möglichst auch morgen aufrüsten."

Der Gemeinderat befasste sich in seiner Februarsitzung erneut mit der endgültigen Festlegung des neuen Abwasserreinigungssystems für die sanierungsbedürftige Kläranlage. Die aktuelle Schmutzwasserfracht überlastet die aktuelle Kläranlage. Auch der alte Sandfang und der Grobschmutzrechen sind veraltet und müssen bald erneuert werden. Die Klärbecken sind deutlich zu klein, das Behältervolumen muss verdoppelt werden. Diplomingenieur Stefan Wolf von der Planungsgruppe Wolf gab einen Überblick über mögliche Varianten.

Die Räte votierten einstimmig für die eigene anaerobe Schlammstabilisierung mittels Ausfaulung und eigener Energiegewinnung mittels Blockheizkraftwerk. Zur Auswahl stand auch eine aerobe Variante. Diese angenommene Variante enthält die Nutzung des Faulgases durch ein Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wärme. Mit dem eigenen Klärschlamm können rund 90 000 Kilowattstunden Strom im Wert von 19 000 Euro für die Anlage selbst erzeugt werden.

Einstimmig entschieden sich die Räte gegen eine andere aerobe Variante, bei der das Abwasser zur Kemnather Kläranlage gepumpt wird. Für den Abwassertransport nach Kemnath müsste eine neue Abwasserleitung gebaut werden, die sich nicht rentieren würde. Die ermittelten Investitionskosten liegen mit über fünf Millionen Euro weit über die für die favorisierte anaerobe Variante von rund 4,1 Millionen Euro.

In der Diskussion lobten die Gemeinderäte, dass die Ausfaulung durch die steil nach oben zeigende Strompreiskurve weniger Klärschlammanfall und mit besserer Ökobilanz Vorteile gegenüber der aeroben Variante besitzt. Auch Wolf erklärte, dass sich durch die anaerobe Schlammstabilisierung eine positive Ökobilanz durch verminderte CO2-Produktion ergibt.

Zur Finanzierung verdeutlichte das Gemeindeoberhaupt, dass nur die anteiligen Mehrkosten der Kläranlage für den Anschluss weiterer Ortschaften gefördert werden. Die Zuwendungen liegen derzeit bei 400 000 Euro für die gesamte Kläranlagenerweiterung. Zuwendungsfähig ist nicht die Modernisierung. Lediglich die Anerkennung als Pilotprojekt für eine derart kleine Anlage brächte höhere Förderung. "Wir werden uns um eine derartige Finanzierung intensiv bemühen", erklärte das Gemeindeoberhaupt abschließend.
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