Noten ein Teil der Leistungsgesellschaft
"Der Druck ist immer da"

Politik BY
Bayern
05.09.2016
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Ohne gute Noten bleibt der Weg auf das Gymnasium durch die Aufnahmekriterien meist versperrt. Die SPD-Fraktion lässt mit einem Gutachten prüfen, ob diese Praxis rechtmäßig ist. Schulpsychologen halten sie für einen Teil der Leistungsgesellschaft.

München. Gute Noten gehören zu den wichtigsten Aufnahmebedingungen beim Wechsel auf die weiterführenden Schulen. Dass diese Phase der Schulzeit zu höherem Leistungsdruck führt, hält der Münchener Schulpsychologe Sebastian Pichlmeier für normal. "Die Schule ist ein Teil unserer Leistungsgesellschaft, und sie ist auch so aufgebaut", sagte Pichlmeier. "Der Druck ist dadurch immer da, und das lässt sich nicht verhindern."

Doch ist der durch Noten reglementierte Übergang auf eine weiterführende Schule durch das Grundgesetz und die Bayerische Verfassung gedeckt? Dazu hat die SPD-Landtagsfraktion in Zusammenarbeit mit dem Institut für Bildungsforschung und Bildungsrecht an der Ruhr-Universität Bochum ein Rechtsgutachten erstellen lassen. Die Ergebnisse sollen am Dienstag (11 Uhr) im Landtag vorgestellt werden.

Vor allem die Eltern


Aus Sicht des Schulpsychologen sind es vor allem die Eltern, die den Leistungsdruck bei ihren Kindern auslösen. Bei der Schulentscheidung sei es aber vor allem wichtig, dass die Kinder weder über- noch unterfordert werden. "In beiden Fällen entsteht sonst das Gefühl, dass sich Einsatz nicht lohnt", sagte der Psychologe. Ein Ersatz für Noten, also eine andere Form der Bewertung, hätte nach Ansicht des Psychologen Pichlmeier die gleichen Folgen. "In den unteren Klassen hat man versucht, die Leistung mit Smilies zu bewerten. Also haben die Kinder ihre Smilies miteinander verglichen", sagt Pichlmeier.
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