NSU-Schüsse auf Bankangestellten
Nur knapp überlebt

Die im NSU-Prozess angeklagte Beate Zschäpe. Bild: dpa
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Bayern
24.02.2016
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Bei einem Überfall auf eine Zwickauer Sparkasse schoss der Täter einem Azubi in den Bauch. Ärzte sagten, er habe nur dank schneller Not-OP überlebt. Ein Nebenkläger wertet die Tat als versuchten Mord.

München. Ein Überfall auf eine Sparkassenfiliale im Oktober 2006 in Zwickau ist am Dienstag in den Mittelpunkt des Münchener NSU-Prozesses gerückt. Bei diesem Überfall hatte der Täter - mutmaßlich Uwe Böhnhardt - einem damals 20 Jahre alten Auszubildenden in den Bauch geschossen und ihn schwer verletzt. Auch für diese Tat muss sich Beate Zschäpe verantworten. Sie ist die einzige Überlebende des NSU-Trios, dem vor allem die Serie von neun rassistisch motivierten Morden angelastet wird.

Zwei Ärzte, die an der Not-OP des Bankangestellten beteiligt waren, schilderten seine Verletzungen als gravierend. "Das war ein Bauchschuss mit Einschuss- und Ausschussöffnung", sagte der Chirurg, der die Operation leitete. Die Kugel habe Milz und Bauchspeicheldrüse verletzt. Außerdem seien eine Arterie und eine Vene verletzt gewesen. Der Getroffene habe viel Blut verloren. Die Milz hätten sie nicht retten können, sagte der Mediziner. Der Münchener Rechtsmediziner Oliver Peschel bestätigte Aussagen der Ärzte, der junge Mann habe nur dank der Operation überlebt. Der Verlust der Milz könne aber auch heute noch Krankheiten auslösen, die "zu vierzig bis fünfzig Prozent" tödlich verliefen. Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler wertete den Schuss am Rande des Prozesses "als versuchten Mord".

In der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft heißt es dazu, Böhnhardt habe "dessen Tod billigend in Kauf" genommen. Das Opfer hatte bereits vergangene Woche als Zeuge ausgesagt. Der Täter habe ihn mit der Pistole bedroht und die sofortige Öffnung des Tresors verlangt. Er habe den Räuber angegriffen, als der ihm den Rücken zudrehte. Dann fiel der Schuss. Ein Kripo-Ermittler zeigte am Dienstag Fotos einer Überwachungskamera, die das bestätigen.

Für die Aufklärung dieses Überfalls hat sich das Gericht drei Prozesstage Zeit genommen und ihn damit detaillierter behandelt als die anderen Überfälle, die dem NSU zugeschrieben werden. Am Mittwoch soll der Prozess weitergehen. Allerdings muss laut Strafprozessordnung bis Verhandlungsbeginn über den letzten Befangenheitsantrag entschieden werden, den Beate Zschäpe und ihr mutmaßlicher Helfer Ralf Wohlleben vergangene Woche gestellt hatten.
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