Osterpredigten im Zeichen des Terrors
Segen gegen die Gewalt

Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx (mit Bischofsstab) hält im Liebfrauendom in München das Pontifikalamt zum Hochfest der Auferstehung des Herrn. Bild: dpa
Politik BY
Bayern
29.03.2016
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Osterpredigten im Zeichen des Terrors: Der Gewalt soll ein Zeichen der Hoffnung entgegengesetzt werden. Auch Solidarität mit den Flüchtlingen war Thema in den Gottesdiensten.

München/Fürth. Führende Kirchenvertreter haben zu Ostern dazu aufgerufen, Terror und Gewalt ein christliches Zeichen der Hoffnung entgegenzusetzen. "Als Kirche dürfen wir nicht die Hoffnungslosigkeit der Welt verdoppeln, sondern sollen Zeugen der Hoffnung werden", sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und Münchner Erzbischof Reinhard Marx. Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ermutigte die Christen, sich nicht der Angst vor Terror und Gewalt zu beugen.

Aufstehen gegen die Angst


Nach Überzeugung von Kardinal Marx braucht die Welt ein Gegengewicht gelebter Hoffnung. "Gerade jetzt sollen Christen aufstehen gegen die Angst, gegen die Rhetorik der Abgrenzung und Restauration und sich zeigen als Vorhut der Zukunft Gottes", sagte der enge Mitarbeiter von Papst Franziskus beim Gottesdienst am Ostersonntag im Münchner Liebfrauendom. Angst sei keine sinnvolle Antwort auf die Terroranschläge in Brüssel: "In einer reinen Verteidigungshaltung jedenfalls wird man sich vielleicht absichern und überleben, aber Leben gewinnen für die Zukunft werden wir so sicher nicht."

Der EKD-Ratsvorsitzende nahm in seiner Osterpredigt in der Kirche St. Peter und Paul in Fürth-Poppenreuth auch die Flüchtlingskrise in den Blick: "Wer die Bilder von terroristischen Angriffen und den zerbombten syrischen Städten nicht mehr aushält, das Leid der Flüchtlinge nicht mehr anschauen kann, wem darüber die Hoffnung entgleitet, dass sich je irgendetwas ändern wird, der kann nun in das Bekenntnis einstimmen: Christus ist auferstanden!"

Die Osterfreude sei manchmal eine "trotzige Freude, die sich erst langsam aus der Umklammerung eines Schmerzes" löse, sagte Bedford-Strohm.

Auch die katholischen Bischöfe in Würzburg und Eichstätt, Friedhelm Hofmann und Gregor Maria Hanke, riefen zu Solidarität mit den Flüchtlingen und zur Mitmenschlichkeit auf. Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa sagte, das Osterereignis sei Grund zur Freude: "Heute ist dieser Tag, an dem durch das Holz des Kreuzes Freude in alle Welt gekommen ist."
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