Papst Franziskus geißelt "heimliche Euthanasie"
Gegen Sterbehilfe

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. (links) und Papst Franziskus kamen am Sonntag gemeinsam auf den Petersplatz. Es war der erste öffentliche Auftritt des 87-Jährigen seit fünf Monaten. Bild: dpa
Politik BY
Bayern
29.09.2014
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Papst Franziskus hat die Vernachlässigung alter Menschen als "heimliche Euthanasie" kritisiert. Oft vegetierten Betagte vergessen vor sich hin, sagte er am Sonntag vor Zehntausenden Senioren auf dem Petersplatz. "Eine Nation, die ihre Großeltern nicht gut behandelt, hat keine Zukunft." Altenheime sollten keine Gefängnisse sein, sondern ein Zuhause und "Heiligtümer der Humanität".

Der Papst forderte zum Widerstand gegen eine "Kultur der Entsorgung" auf. An der Begegnung unter dem Titel "Der Segen des langen Lebens" nahm auch Benedikt XVI. teil. Sein Vorgänger sei für ihn wie ein "weiser Großvater im Haus", sagte Papst Franziskus. Unterdessen kritisierte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick den Begriff "aktive Sterbehilfe". Damit werde die Tötung alter und kranker Menschen verharmlost. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) begrüßte die mahnenden Worte.

Die Beihilfe zum Suizid soll nach den Vorstellungen der Befürworter einer liberalen Regelung im Zivilrecht geregelt und ärztliche Beihilfe ausdrücklich erlaubt werden. Wie der "Spiegel" berichtet, wollen Bundestags-Vizepräsident Peter Hintze (CDU) und die SPD-Politiker Carola Reimann und Karl Lauterbach das Bürgerliche Gesetzbuch ergänzen.
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