Pilotversuch zur Bewertung von Referendaren
Schüler befragen

Politik BY
Bayern
23.06.2016
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München. Das Kultusministerium plant einen kontroversen Schulversuch: An 55 Schulen sollen die Schüler künftig zweimal jährlich den Unterricht von Nachwuchslehrern bewerten müssen. Das Feedback der Schüler ist nur für die Referendare gedacht und soll auch nicht in deren dienstliche Beurteilung einfließen, wie das Kultusministerium am Mittwoch betonte. "Ein Schüler-Feedback hat mit einer Beurteilung oder gar Benotung der Lehrkräfte durch die Schüler nichts zu tun", hieß es in einer Stellungnahme. Über den Plan hatte zuerst die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwoch) berichtet.

Der Philologenverband, der die Gymnasiallehrer vertritt, ist in heller Aufregung: "Es ist blauäugig zu glauben, damit einen bayernweiten Schub hin zu einem besseren Unterricht erreichen zu können", kritisierte Verbandschef Max Schmidt. Seine Befürchtung: Die Lehrer würden bessere Noten verteilen, um schlechte Rückmeldungen der Schüler zu vermeiden. Erfahrungen in anderen Ländern zeigten, dass eine Feedback-Pflicht zur "Bestnoteninflation" führe, warnte Schmidt. Sein Fazit: "Ja zur Förderung einer freiwilligen Feedbackkultur, nein zu einer Zwangsbeurteilung von Lehrkräften durch Schüler." Außerdem erinnert Schmidt daran, dass Lehrer in der Leistungsbewertung ausgebildet werden. Da Schüler Entsprechendes nicht lernen, könnten sie nur nach subjektiven Eindrücken bewerten.

Dagegen das Ministerium: Ein Schüler-Feedback sei "ein bewährtes Instrument" zur Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität. "Viele Lehrkräfte und Schulen in Bayern verwenden Schüler-Feedbacks daher bereits seit langem mit Erfolg." Die Federführung bei dem Pilotversuch hat Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich (CSU).
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