Politischer Gillamoos in Abensberg
"Wähler wollen keinen Streit"

Der stellvertretende Landrat für den Landkreis Kelheim, Martin Neumeyer (CSU), sitzt in Abensberg beim Politischen Frühschoppen mit seinem Gast, dem Chef des Kanzleramts, Peter Altmaier (rechts, CDU) am Biertisch. Bild: dpa
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Bayern
05.09.2016
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Natürlich gibt es beim Gillamoos-Volksfest vor allem ein Thema: das Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern. CDU-Kanzleramtsminister Altmaier verteidigt die Politik der Bundeskanzlerin.

Abensberg. Die Konsequenzen aus der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern haben den Politischen Frühschoppen auf dem Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg beherrscht. CDU-Kanzleramtsminister Peter Altmaier rief die Union zu Geschlossenheit auf. "Die Wähler der Union wollen nicht, dass wir uns streiten. Sie wollen, dass CDU und CSU gemeinsam erfolgreich sind", sagte er am Montag als einer der Hauptredner.

"Wir müssen wieder die Kraft für Gemeinsamkeit finden", betonte Altmaier. Er warb zugleich bei der CSU um Unterstützung für Angela Merkel (CDU) und verteidigte die Arbeit der Bundeskanzlerin: "Deutschland ist ein großartiges Land, weil wir in Deutschland nicht nur eine Angela Merkel haben, sondern Zehntausende, Hunderttausende Angela Merkels. In jedem Dorf, in jeder Stadt."

Nach der Grünen-Wahlniederlage in Mecklenburg-Vorpommern kündigte Parteichefin Simone Peter einen noch entschiedeneren Kampf gegen die AfD an. "Wir stellen uns dem Hass und der Hetze der AfD entgegen", sagte Peter. "Jetzt erst recht."

Bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern war die neu angetretene AfD am Sonntag mit 20,8 Prozent der Stimmen auf Anhieb als zweitstärkste Kraft ins Landesparlament einzogen. Sie überholte die CDU (19,0 Prozent). Die SPD gewann die Landtagswahl trotz Verlusten mit 30,6 Prozent. Die Grünen scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.

SPD-Vize Olaf Scholz rief zu einer möglichst schnellen Integration bleibeberechtigter Flüchtlinge auf. "Selber arbeiten, den eigenen Lebensunterhalt verdienen ist die beste Integration", sagte Scholz. Bei Flüchtlingen, die etwas arbeiten wollten "für sich und ihre Kinder und ihre Familien" und die nun anerkannt würden, müsse man dafür sorgen, dass der Fleiß belohnt werde.

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger attackierte Merkel mit drastischen Worten - und rückte sie in die Nähe der DDR-Staatssicherheit. Die Bürger müssten wieder über die Richtung der Politik bestimmen, sagte er. Und nicht wie bei den Verhandlungen über das Freihandelsabkommen TTIP ein amerikanischer Lobbyist, ein Manager oder eine Kanzlerin, "wo man den Eindruck hat, dass sie immer noch für die Stasi unterwegs ist". Das Vertrauen der Bürger zu den Regierenden sei angesichts der Flüchtlingskrise weggebrochen, sagte Aiwanger. Die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern mit der AfD auf Rang zwei nannte er einen "Hilferuf der Bevölkerung an die Bundesregierung".

Der Gillamoos ist einer der größten und ältesten Jahrmärkte in Niederbayern, immer rund um das erste Septemberwochenende. Am Volksfestmontag, dem letzten Tag des fünftägigen Festes, treten traditionell Spitzenpolitiker parallel in nahen Bierzelten auf. Nach dem Politischen Aschermittwoch ist der Schlagabtausch das größte Politikspektakel in Niederbayern.
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