Polizei stattet Beamte testweise mit "Body-Cams" aus
Einsatz in Bild und Ton

Politik BY
Bayern
03.11.2016
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In rund 7000 Fällen wurden Polizisten in Bayern im vergangenen Jahr beleidigt oder angegriffen. Die Polizei will dem nun entgegen wirken - und testet drei "Body-Cams". In den drei gefährlichsten Orten.

München. Die bayerische Polizei testet in den kommenden zwölf Monaten sogenannte Body-Cams in München, Augsburg und Rosenheim. Damit sollen Einsätze an gefährlichen Orten und in kritischen Situationen in Bild und Ton dokumentiert werden, um die Beamten besser zu schützen, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Pilotprojekts in München. "Wir erhalten so eine unmissverständliche Dokumentation der Einsätze."

Die Testläufe finden bei den Inspektionen statt, deren Beamte besonders häufig Opfer von Gewalt wurden. Dabei geht es vor allem um kritische Situationen im alltäglichen Dienst. "Diese Kameras sollen den Streifendienst sichern", sagte der Münchener Polizeipräsident Hubertus Andrä. Sämtliche Aufnahmen werden nach drei Monaten automatisch gelöscht - außer die Polizei hat sie für eine spätere Verwendung etwa vor Gericht ausgewählt. Die Beamten tragen zudem ein gelbes Hinweisschild an der rechten Schulter und teilen ihrem Gegenüber den Beginn der Aufnahme mit, soweit die Situation dies ermöglicht. Denn die Polizei setzt auch auf Prävention.

Im vergangenen Jahr wurden Polizeibeamte in Bayern in fast 7000 Fällen beleidigt oder angegriffen - laut Innenministerium der höchste Wert seit 2010. Die Reaktionen auf die Kameras sind vorwiegend positiv. "Es sind dringend Maßnahmen erforderlich, um die Gewalt gegen die Polizei zu reduzieren", sagte etwa der sicherheitspolitische Sprecher der SPD, Paul Gantzer. Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hält die Mini-Kameras für ein geeignetes Mittel zur Verhinderung von Gewalt.
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