Reines Bier einschenken

Eine Frau schenkt während der Fachmesse der Getränkewirtschaft BrauBeviale in Nürnberg ein Glas "Craft Beer" ein. Bier ist Bayern beliebter denn je. Bild: dpa
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Bayern
10.11.2016
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Aufgrund neuer Methoden der Pflanzenzucht sehen die Grünen die Gentechnikfreiheit bei bayerischem Bier in Gefahr. Ein Thema, bei dem im Landtag selten Einigkeit herrscht.

München. Konkret geht es um das so genannte "Genom-Editing", das von Teilen der Wissenschaft als gentechnisches Verfahren zur Erbgutveränderung eingestuft wird. Die Grünen-Abgeordnete Gisela Sengl erklärte im Agrarausschuss des Landtags, dass bayerische Bierbrauer Gentechnik zwar ablehnten, doch seien sie vor allem bei Braugerste auf Importe aus dem Ausland angewiesen. Für diese brauche es Nachweisverfahren, ob der Rohstoff klassisch oder durch neue Methoden gentechnisch behandelt sei. Dazu müsse die Staatsregierung dem Landtag einen Sachstandsbericht geben, beantragte Sengl.

Diesem Vorstoß stimmten alle anderen Fraktionen zu. Allerdings warnte Tanja Schorer-Dremel (CSU) in der Sache vor vorschnellem Handeln. Es sei bislang weder wissenschaftlich noch juristisch geklärt, ob die neuen Zuchtmethoden tatsächlich eine gentechnische Veränderung am Erbgut darstellten. Vor weiteren Schritten wie einer Kennzeichnung der Produkte müsse die anstehende Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs abgewartet werden.

Die bayerischen Brauer nahm Schorer-Dremel in Schutz. Dass diese aktiv auf die umstrittenen Neuzüchtungen zugriffen, sei eine "falsche Unterstellung". Ihr Fraktionskollege Martin Schöffel enthielt sich als einziger sogar bei dem Grünen-Antrag. Das Problem neuer Züchtungsmethoden habe mit bayerischem Bier nichts zu tun, meinte der gelernte Brauer und Mälzer. Der Antrag erwecke deshalb einen falschen Eindruck.
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