Scharf: Mehr Tempo bei Suche nach Atommüll-Lösung
„Zwischenlager keine Endlager“

"Bei der Sicherheit auf technische Barrieren zu vertrauen reicht nicht aus - beispielsweise auf spezielle Behälter." Zitat: Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU)
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Bayern
02.07.2016
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München/Mitterteich. (dpa/we) Für die Suche nach einem atomaren Endlager fordert die Staatsregierung strengere Vorgaben und mehr Tempo. Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) reichte bei der Endlagerkommission ein Sondervotum mit bayerischen Forderungen ein.

Die Kommission hatte sich in der Nacht zum Dienstag auf Empfehlungen für die Suche nach einem Standort zur Lagerung von hoch radioaktivem Atommüll geeinigt. Das Gremium aus Abgeordneten, Wissenschaftlern und Verbandsvertretern formulierte die Kriterien so, dass völlig offen bleibt, in welchem Bundesland die abgebrannten Brennelemente aus den Kernkraftwerken letztlich gelagert werden sollen. Der Abschlussbericht wird am 5. Juli dem Bundestag übergeben.

Ohne Risse und Spalten


Nach Ansicht des bayerischen Umweltministeriums sollte ein endlagerfähiges Wirtsgestein mindestens 100 Meter mächtig und homogen sein - ohne Risse und Spalten, durch die Wasser eindringen kann. "Bei der Sicherheit auf technische Barrieren zu vertrauen reicht nicht aus - beispielsweise auf spezielle Behälter", betonte Scharf. Das Behälterkonzept verlängere und verkompliziere die Suche. Eine zügige Suche sei aber erforderlich: "Standortzwischenlager dürfen nicht zu Endlagern werden."

In Bayern galten in den vergangenen Jahren neben den Salzstöcken in Berchtesgaden und den Granitvorkommen im Bayerischen und Oberpfälzer Wald vor allem die Tonschichten an der Donau im Raum Neu-Ulm als potenzieller Standort.

Auf Grundlage der Empfehlungen der Kommission sollen Bundestag und Bundesrat die Kriterien gesetzlich festlegen. Danach kann die wissenschaftliche Untersuchung möglicher Standorte beginnen. Anwohnern, Gemeinden und anerkannten Umweltverbänden werden in verschiedenen Phasen der Auswahl Klagemöglichkeiten einräumt.

Warten in Mitterteich


Auf ein Endlager wartet auch die Gesellschaft zur Behandlung radioaktiver Abfälle in Bayern mbH (GRB). Sie betreibt in Mitterteich (Kreis Tirschenreuth) eine Lagerhalle für schwach- bis mittelradioaktive Stoffe. In zwei großen Hallen lagert die GRB im Industriegebiet Birkigt an der A 93 tausende Gebinde. Das Zwischenlager ist bis zum Jahr 2028 genehmigt. Bis zum Jahr 2022 soll im Schacht Konrad in Niedersachsen der schwach- bis mittelradioaktive Atommüll verwahrt werden können.

Bei der Sicherheit auf technische Barrieren zu vertrauen reicht nicht aus - beispielsweise auf spezielle Behälter.Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU)
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