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Klagen in der Bürgerversammlung: Roslas und Brüderes bei Breitbandausbau nicht berücksichtigt

Karin Brilla übergibt eine Unterschriftenliste zur Einführung von teilanonymen Urnengräbern an Bürgermeister Manfred Porsch. Bild: ak
Politik BY
Bayern
17.12.2015
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Kanalbau und -kataster, ein Gemeinschaftshaus für Plössen sowie Sicherung des Trinkwassers sind einige der anstehenden Aufgaben der Gemeinde. Noch steht nicht fest, wie die Bürger bei Straßenausbaumaßnahmen belastet werden. Klarheit wollten sie aber bei anderen Themen.

Speichersdorf. Karin Brilla hatte im Sommer einen Antrag auf Zulassung teilanonymer Urnenbestattungen auf dem Speichersdorfer Friedhof gestellt. Es sollte ein Platz ausgewiesen und die Bestattungsart zugelassen werden. Um ihrem Antrag Nachdruck zu verleihen, übergab die Speichersdorferin in der Bürgerversammlung eine Liste mit Unterschriften von Unterstützern. Bürgermeister Manfred Porsch erläuterte, dass sich der Bauausschuss mit dem Antrag befasst habe und die Gemeinde Brillas Wunsch nachkommen wolle. Ein Platz dafür sei gefunden. Derzeit werde die Friedhofssatzung bearbeitet. Auf die auf dieser halb-anonymen Gräberfläche Beigesetzten werde eine einheitliche Grabplatte mit Namen, Geburts- und Sterbetag hinweisen.

Ausbau noch prüfen


Peter Meier beschwerte sich über den nicht erfolgten Breitbandausbau in Roslas und forderte eine Gleichstellung mit anderen Orten. Für eine Förderung konnten hier weder Bedarf noch Wirtschaftlichkeit nachgewiesen werden, erklärte Porsch. Roslas profitiere aber vom Ausbau in benachbarten Orten. Ein Ausbau werde dann im neuen Bundesprogramm geprüft. Markus Neubauer aus Brüderes hatte das gleiche Anliegen wie Meier. "Eine Doppelerschließung durch ein Breitbandnetz durch Kabel Deutschland und einem weiteren Breitbandanbieter wird durch den Freistaat nicht gefördert", war die klare Antwort des Bürgermeisters. Er betonte aber, dass fast alle Ortschaften gut versorgt seien. Ausbaubedarf bestehe noch im Ortszentrum von Speichersdorf. Weitere Investitionen werden über das neue Förderprogramm des Bundes bezuschusst.

Eine Ausstattung für Kinder jeden Alters sowie zusätzliche Flächen wünschte sich Diana Prechtl aus Speichersdorf bei den Kinderspielplätze. Porsch erläuterte, dass im Vorjahr bereits Spielgeräte für Drei- bis Zehnjährige installiert wurden. Auch 2016 werden zu diesem Zweck Mittel im Haushalt eingestellt. Er appellierte an die Bürger, auf Vandalismus zu achten, dem mehrfach teure Spielgeräte zum Opfer fielen.

Nur für ein Windrad


Angelika Fraunholz bat, im Untergeschoss der Festhalle eine behindertengerechte Toilette einzubauen. Der Bauausschuss wird den Wunsch prüfen. "Werden bei uns noch Windräder aufgestellt?", war die Frage von Norbert Bayer aus Nairitz. Laut Porsch ist auf Gemeindegebiet nur eine kleine Vorrangfläche im Flurbereich "Krumme Föhre" bei Kodlitz und Frankenberg für ein Windrad ausgewiesen. Weitere Anlagen seien Richtung Unterschwarzach auf Creußener Stadtgebiet möglich. Einen Drogeriemarkt in Speichersdorf vermisst Hans-Jürgen Pfau. Nach Auskunft des Gemeindeoberhauptes laufen Verhandlungen. Die dafür bisher vorgesehene Marktfläche sei jedoch zu klein; eine Erweiterung sei im Gespräch.

Bernd Reisinger aus Speichersdorf regte die Ausstattung aller Feuerwehrgerätehäuser mit Defibrillatoren an, was Porsch als nicht notwendig erachtete. Das Bayerische Rote Kreuz rate, solche Geräte nur an Veranstaltungsorten mit vielen Besuchern aufzustellen. Zudem stehe im Feuerwehrgerätehaus und bei allen behandelten Ärzten ein solches rund 2500 Euro teures Gerät zur Verfügung.

Den fehlenden Bürgersteig zwischen der Gaststätte Imhof und dem Gewerbegebiet Ost monierte Peter Krönert aus Speichersdorf. In diesem eingeengten Straßenabschnitt seien Grunderwerb und Bau sehr schwierig, eine Markierung auf der Fahrbahn wäre möglich, sagte dazu Porsch. Der Vorschlag, einen Gehweg über die Aubachstraße zum Gewerbegebiet auszuschildern, werde geprüft. Zudem kam das Gespräch auf einen Radweg entlang der Bundesstraße 22 von Bayreuth nach Wirbenz.

Helmut Sendelbeck wies auf das verwilderte und zugewachsene Lehrbiotop an der Schule hin. Das Interesse daran habe komplett nachgelassen. Der Bauausschuss wird sich darum kümmern. (Kurz notiert)

Nächstes Jahr Radweg und Einfädelspur an B 22"Die Rechtsaufsicht drängt uns zum Erlass einer Straßenausbaubeitragssatzung oder einen entsprechenden für alle Grundstückseigentümer geltenden Ausbaugebühr", erläuterte der Bürgermeister. Form und Ausgestaltung sind noch offen.

"Gut schaut's jetzt endlich mit dem Bau des Radweges entlang der Bundesstraße 22 zwischen Wirbenz und Kemnath aus", berichtete Manfred Porsch. Neben dem Radweg soll auch die Einfädelspur zur B 22 bei Zeulenreuth 2016 gebaut werden.

Für 2018 sind die östlich und westlich von Speichersdorf gelegenen Bahnquerungen zu sanieren oder zu erneuern. Über die Flurbereinigung Speichersdorf III wird das außerörtliche Hauptwegenetz mit Zuwendungen von 80 Prozent ausgebaut. Weiteres Ziel ist der barrierefreie Umbau des Bahnhofes samt Gleisanlagen.

Der Freistaat als Baulastträger plant den Ausbau der Staatsstraße östlich von Plössen und von Unterschwarzach bis zur Gemeindegrenze Richtung Creußen. Die Planfeststellungsverfahren samt Grunderwerb sollen alsbald abgeschlossen werden, der Bau noch 2016 beginnen.

Der Bürgermeister berichtete, dass der Wasserrechtsbescheid für das Wasserschutzgebiet Haidenaab ausgelaufen ist und neu festgesetzt wird. Ein Wasserrechtsverfahren wird eingeleitet. Die Gemeinde plant die Überarbeitung des Flächennutzungsplanes.

Brüderes wird als letzte Ortschaft an das zentrale Abwassernetz angeschlossen, teilte Porsch mit. Die überlastete Kläranlage müsse erweitert und mit neuer Klärtechnik aufgerüstet werden. Das rund 100 Kilometer lange Kanalnetz wird mittels Videobefahrung untersucht und erfasst. Das Feuerwehrhaus Speichersdorf wird weiter saniert.

Im Trinkwasserbereich ist die Sanierung des Tiefbrunnens I in Haidenaab geplant. Die gemeindeeigene Bioenergiegesellschaft wird in die Grundschule ein Biomasseheizkraftwerk einbauen und mit Fernwärmeleitungen die Sportarena, Mittelschule und das Rathaus mit Heizwärme versorgen. Abschließend dankte Porsch allen Ehrenamtlichen für deren Einsatz zum Gemeinwohl.(ak)
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