Seehofers milde Töne über Merkel, Söder zündelt weiter
„Entfremdung von den Bürgern“

Bayerns angriffslustiger Finanzminister Markus Söder (CSU). Bild: dpa
Politik BY
Bayern
05.06.2016
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München. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer schwenkt um auf Versöhnungskurs - auch gegenüber CDU-Chefin Angela Merkel. Das gefällt drei Wochen vor einer Klausurtagung in Potsdam zum Zustand der Union nicht jedem: Der Kronprinz ist noch weit entfernt von einem Friedenspakt der Schwesterparteien.

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) gießt neues Öl ins Feuer und macht Merkel für die sinkenden Umfragewerte der Union um die 30 Prozent verantwortlich. Der als potenzieller Seehofer-Nachfolger geltende Söder sagte in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin": "Wenn ein Fußballtrainer mit seiner Strategie dauerhaft Spiele verliert, dann fängt man auch an zu diskutieren, ob man das Spielsystem nicht ändern muss."

Koalition mit den Wählern


Söder verwies darauf, dass die CSU in Bayern bei knapp 50 Prozent liege. "Nicht die CSU ist das Problem, sondern das mangelnde Vertrauen der Bürger in diese Regierung in Berlin." Die CSU hingegen wolle "die Entfremdung von den Bürgern beenden und wieder eine Koalition mit dem Bürger eingehen". So denke auch die CDU-Basis. Die Reaktion des Chefs: Seehofer verwahrte sich gegen Ratschläge von Dritten: Die Annäherung "sollte nicht immer von Leuten aus der zweiten und dritten Reihe kommentiert werden, die noch nie Wahlen gewonnen haben. Die sollen ruhig sein und ihre Arbeit machen."

CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte der "Welt am Sonntag": "Die Bürger, aber vor allem auch unsere Mitglieder und Anhänger erwarten, dass sich die Union nicht länger mit sich selbst beschäftigt, sondern sich darauf konzentriert, gemeinsam das Land voranzubringen. Die CDU will das schon seit Monaten." Merkel-Vertrauter Armin Laschet forderte ein Ende der CSU-Attacken: "Pauschale Beschimpfungen über einen angeblichen Linkskurs helfen keinem", sagte er dem "Tagesspiegel" (Sonntag).
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