So erleben die Oberpfälzer die Lage in München
„Schockierend und unbegreiflich“

Polizisten rennen in München zum Olympia-Einkaufszentrum, wo die Schüsse gefallen sind. Bild: dpa
Politik BY
Bayern
23.07.2016
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München. Für das bayerische Bier hätte es ein Fest werden sollen. Nur wenige Stunden nach dem Start wurde das "Festival 500 Jahre Reinheitsgebot" auf dem Münchener Odeonsplatz unter dem Eindruck der Schüsse am Olympia-Einkaufszentrum und der unübersichtlichen Sicherheitslage abgebrochen.

Zu diesem Zeitpunkt waren wegen einsetzenden Regens schon viele Gäste nach Hause gegangen, berichtet Maximilian Winkler , Junior-Chef der Brauerei Winkler aus Amberg. Sein Betrieb gehörte zu drei dort vertretenen Brauereien aus der Region. Zu fünft waren die Amberger nach München gereist und wollten eigentlich bis Sonntag bleiben. Just während des Handy-Gesprächs mit unserer Zeitung kurz nach 19.30 Uhr am Freitagabend gehen Sicherheitskräfte über das Gelände und verkünden den Abbruch der Veranstaltung. "Wir werden im Hof des Landwirtschaftsministeriums versammelt", erklärt Winkler. Wenige Sekunden zuvor hatte Winkler die Lage als ruhig beschrieben. "Uns geht's gut." Rund um das Festival-Gelände sei aber alles abgeriegelt. "Ein Hubschrauber kreist über uns." Zu diesem Zeitpunkt hatten aber schon etliche Besucher nach einsetzendem Regen den Odeonsplatz verlassen.

"Wir sind alle sehr verunsichert, weil die Täter ja noch irgendwo in München unterwegs sind. Deswegen gehen wir heute auch nicht mehr raus", schrieb Alexander Ließ (29) aus Neusorg (Kreis Tirschenreuth) unserer Zeitung am Freitagabend. Ließ wohnt zentral bei der Donnersberger Brücke: "Ich habe gerade Freunde vom Tollwood-Festival abgeholt. Dort spielte Mark Forster, er hat sich entschieden, das Konzert zu starten und auch durchzuziehen, nachdem kommuniziert wurde, dass alle auf dem Gelände ,safe' wären. Aber immer mehr Menschen haben dann das Gelände verlassen." Am späten Abend wurde das Festival schließlich abgebrochen.

Vor dem Fernseher verfolgte die aus Weiherhammer (Kreis Neustadt/WN) stammende Realschullehrerin Kathrin Krauß (31) in ihrer Wohnung im Münchener Stadtteil Alt-Perlach das Geschehen. "Es ist beängstigend, wenn man die Bilder sieht und schon selbst dort war."

Manfred Ließ (26) aus Neusorg (Kreis Tirschenreuth) arbeitet bei der Deutschen Post und wohnt in Untergiesing: "Zum Zeitpunkt als es passiert ist, war ich in den Pasinger Arcaden. Ich bin mit dem Fahrrad in meine Wohnung gefahren und mir fielen sofort die wahnsinnig vielen Polizeifahrzeuge auf, die aus allen Richtungen in Richtung des Olympiageländes gefahren sind." "Für mich persönlich ist das schockierend und unbegreiflich."

Im Nordosten wohnt Julia Lindner (30) aus Fuchsmühl (Kreis Tirschenreuth). Sie wollte am Abend noch zu einer privaten Feier in die Innenstadt fahren. "Wirklich große Feierstimmung wird wohl nicht aufkommen." Um 21.40 Uhr teilte sie mit: "Bin auf der Party angekommen. Ein Freund hat mich mit dem Auto abgeholt. In Schwabing ist alles ruhig."
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