Spaenle will Studium in der Fläche
Ein Hoch auf Hochschulen

Der Reinraum am Technologie-Campus des Instituts für Medizintechnik der OTH Amberg-Weiden. Archivbild: Bild: Hartl
Politik BY
Bayern
30.11.2016
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Studieren auf dem Land: Das Kultusministerium möchte die Initiative zur Ausweitung des Hochschulangebots forcieren. Auch in der Oberpfalz soll es neue Angebote geben.

München. Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle hat in der Kabinettssitzung am Dienstag eine positive Bilanz der Regionalisierung von Studien- und Hochschulangeboten in Bayern gezogen. Mit der Regionalisierungsstrategie würden "weiße Flecken in der bayerischen Wissenschaftslandschaft beseitigt", verlautbarte Spaenle nach der Sitzung. Im Rahmen der vor zwei Jahren gestarteten Initiative würden aktuell 1100 Studierende Lehrangebote an den neuen Standorten nutzen.

Unter den neuen Angeboten befinden sich in der Oberpfalz unter anderem der Standort Kemnath als innovativer Lernort der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden und der Bachelor-Studiengang "Soziale Arbeit" in Tirschenreuth. Geplant ist zudem der Aufbau eines Gesundheits- und Medizintechnik-Campus der OTH Amberg-Weiden am Standort Weiden. Mit den Angeboten leiste man einen wichtigen Beitrag zur wohnortnahen Förderung junger Menschen und decke den Bedarf an künftigen Fach- und Führungskräften der örtlichen Unternehmen, erklärte Spaenle. In den kommenden beiden Jahren stehen für die Fortsetzung der Hochschul-regionalisierung voraussichtlich mehr als 37 Millionen Euro zur Verfügung, 120 neue Planstellen sollen geschaffen werden.

Mit der offenbar mangels Nachfrage drohenden Schließung der Pflegestudiengänge an der Hochschule Marktredwitz, die in Kooperation der Hochschule Hof mit dem Beruflichen Bildungszentrum Marktredwitz (BFZ) betrieben werden, beschäftigte sich der Ministerrat nicht.

Auf Nachfrage erklärte Staatskanzleiminister Marcel Huber jedoch, man solle sich um die Zukunft der Einrichtung "keine allzu großen Sorgen" machen. Bei Hochschulausgründungen sei es oft so, dass kurz nach der Eröffnung eine große Welle an Interessenten an die Einrichtung gespült werde, die in den Folgejahren abebbe. "Man braucht für die Etablierung eines neuen Angebots eine gewisse Geduld", sagte Huber. Es dauere häufig etwas, bis sich neue Einrichtungen vor Ort so verwurzelt hätten, dass sie Selbstläufer seien.
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