SPD-Politiker Christian Ude moniert Umgang in seiner Partei
Kritik an der Kritik

Münchens Ex-Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) kritisiert seine eigene Partei - weil sie sich selbst zu viel kritisiert. Archivbild: dpa
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Bayern
30.12.2015
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München. "Erschütternde" Demontagen und eine Neigung, "die eigenen Leute in der Luft zu zerreißen": Der ehemalige Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) hat scharfe Kritik an seiner Partei geübt. Angesichts von Umfragewerten von unter 20 Prozent in Bayern und 25 Prozent im Bund müsse die Partei zusammenstehen und nicht ihre Vorsitzenden demontieren, sagte der 68-Jährige dem "Münchner Merkur". Ude verwies dabei auf das schlechte Wahlergebnis des SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel beim Parteitag vor wenigen Wochen und jenes des bayerischen Landeschefs Florian Pronold. "Die SPD muss diese aberwitzigen Kraftproben, wer die noch reinere Lehre vertritt, schleunigst einstellen", sagte Ude.

Vorbild dafür sind für den früheren Oberbürgermeister ausgerechnet die Unionsparteien. Die hätten die Diskussionen um die Flüchtlingszahlen heftig geführt, im entscheidenden Moment aber Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt, sagte Ude. "Die Union weiß, dass man Vorsitzende zu stärken hat, selbst wenn man noch so sauer ist. Dieser Gedanke ist der SPD fremd."
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