Stadtrat Marktredwitz: Nur drei Gebäude der Benker-Fabrik bleiben stehen
Abriss der alten Benker-Fabrik

Das hintere Gebäude (samt Kamin) soll stehen bleiben, ebenso der Querbau am Dörflaser Platz und das Kontorgebäude. Alle anderen Gebäude auf dem Benker-Areal müssen im nächsten Jahr weichen. Bild: jr
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Bayern
22.10.2014
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Oberbürgermeister Oliver Weigel sah im Abbruch eine große Chance, die Stadt voranzubringen. "Dies ist eine hochattraktive Fläche, noch dazu verkehrstechnisch toll erschlossen." Weigel konnte sich Dienstleistung, Bildung, Behörden, aber auch "schönes Wohnen in bester Lage" vorstellen.

An den Stadtrat appellierte er: "Wir haben heute die große Chance, eine wichtige Weiche für die Zukunft unserer Stadt zu stellen, auch für mögliche Behördenansiedlungen."

Abbruch dauert ein Jahr

Max Wittmann, Geschäftsführer der Stadtentwicklungs- und Wohnungsbau-GmbH, stellte dem Stadtrat die Planungen vor. Mit dem Abbruch soll bereits im zweiten Quartal 2015 begonnen werden. Die Arbeiten dauern rund ein Jahr. Mit Dr. Kahle vom Landesamt für Denkmalpflege seien bei einem Ortstermin am 17. September die Entwicklungsabsichten der Stadt Marktredwitz bereits besprochen worden. Es herrsche Einvernehmen, dass der Querbau am Dörflaser Platz, das Kontorgebäude und das Neue Kesselhaus mit Kamin bestehen bleiben. Alle weiteren Gebäude könnten abgebrochen werden.

93.500 Kubikmeter Gebäude müssen weg

Insgesamt, so Wittmann, müssten 93.500 Kubikmeter Gebäude weichen. An möglichen Abbruchkosten nannte er 2,9 Millionen Euro, wovon die Stadt einen Eigenanteil von 580.000 Euro tragen müsse. Geld komme aus dem Sonderprogramm des Freistaats zur Revitalisierung von Industrie- und Brachflächen. Oberbürgermeister Oliver Weigel wusste, dass eine notwendige Sanierung der Gebäude weit über 24 Millionen Euro kosten würde. "Da habe ich zur Verwaltung gesagt: aufhören. Wir können den Eigenanteil nicht stemmen."

In weiter Ferne

Klaus Haussel (SPD) wünschte sich, dass die Visionen von Max Wittmann bald Realität würden. Haussel erinnerte an frühere Versuche, hier einen Hochschulstandort aufzubauen. Dies sei jetzt aber in weite Entfernung gerückt. Uta Siegle (CSU) nannte es eine Illusion, dass Investoren in die alten Gebäude einziehen. Gisela Wuttke-Gilch (SPD) bedauerte zwar, dass wieder ein Gebäudekomplex verschwinde, wollte aber auch wissen, ob die Bevölkerung mit in die neuen Planungen einbezogen werde. Max Wittmann machte deutlich, dass die Shedhallen nicht zu halten seien. "Endlich wird dieser Schandfleck beseitigt", freute sich Dritter Bürgermeister Heinz Dreher (CSU). "Ich habe ohnehin nie verstanden, warum sich die Stadt diese Ruine angetan hat." Den Abbruch nannte er einen Glücksfall für die Stadt.

Oberbürgermeister Oliver Weigel berichtete, dass sich bereits Interessenten aus den Bereichen Dienstleistung und Wohnen für die frei werdenden Flächen gemeldet hätten.
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