Sudetendeutsche Landsmannschaft
Streit in zweiter Runde

Eine Trachtengruppe aus dem Kuhländchen tanzt in Augsburg. An diesem Samstag treffen sich die Mitglieder der Sudetendeutschen Landsmannschaften in München zur Bundesversammlung. Archivbild: dpa
Politik BY
Bayern
27.02.2016
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Seit einem Jahr streiten sich die Sudetendeutschen darüber, ob sie weiter in ihrer Satzung Gebietsansprüche gegen Tschechien stellen wollen. Eine Mehrheit hatte die Passage zur "Wiedergewinnung" der Heimat gekippt, jetzt wird dennoch erneut abgestimmt.

München. Nach langen Auseinandersetzungen um eine Satzungsänderung bei den Sudetendeutschen soll an diesem Wochenende nochmals darüber abgestimmt werden. Bei dem Streit geht es darum, dass die Sudetendeutschen künftig in ihrer Satzung auf eine "Wiedergewinnung" der Heimat verzichten wollen. Kritiker wollen diesen Anspruch nicht aus ihrem Grundsatzpapier tilgen lassen.

Nach Gerichtsurteil


Das Thema einer neuen Satzungspassage steht nach einem Gerichtsurteil bei der Bundesversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft am Samstag und Sonntag in München erneut auf dem Programm. Bereits vor einem Jahr war eigentlich die Satzungsänderung mit mehr als 70 Prozent Zustimmung beschlossen worden. Die Gegner hielten die Änderung allerdings für rechtsunwirksam, eine Klage vor dem Landgericht München I hatte teilweise Erfolg. Nach Angaben der Landsmannschaft haben die Richter den damaligen Beschluss jedoch nur aus formellen Gründen gerügt, es sei um kurzfristig eingefügte Änderungen am Text gegangen. Inhaltlich sei die neue Satzung hingegen bestätigt worden.

Der Bundesvorstand der Landsmannschaft hat daher beschlossen, den alten Antrag nun noch einmal fristgerecht zur Abstimmung zu stellen. Der Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, der CSU-Europapolitiker Bernd Posselt, hatte die Satzungsänderung mit der seit Jahren praktizierten Annäherung an Tschechien begründet. "Selbstverständlich wollen wir unseren Kurs der Öffnung und des Brückenschlags fortsetzen", hatte er erklärt.

Rechte preisgegeben?


Der schwäbische Bezirksobmann Felix Vogt-Gruber, der zu den schärfsten Kritikern zählte, warf Posselt hingegen vor, die Rechte der Sudetendeutschen "preiszugeben". Es gehe um "die Wiederherstellung des Rechts auf unsere Heimat, auch für unsere Nachkommen". Zudem bestehe die Gefahr, dass sich "zukünftige Vertreiber (...) am Rechtsverzicht der Sudetendeutschen ein Beispiel nehmen könnten".
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