Syrische Flüchtlinge werden genauer überprüft
Einzelfall-Regelung seit Jahresbeginn

Politik BY
Bayern
02.01.2016
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Berlin. Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland Syrien werden in Deutschland wieder genauer unter die Lupe genommen. Seit Beginn des neuen Jahres müssen auch sie eine ausführliche Einzelfallprüfung durchlaufen, wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. Damit wurde ein Bericht der "Bild"-Zeitung bestätigt. Die Behörde kehrt somit nach rund einem Jahr auch bei Syrern zur Praxis zurück, Herkunft, Ausbildung und Fluchtweg in persönlichen Anhörungen zu überprüfen. Dies hatten die Innenminister von Bund und Ländern Anfang Dezember beschlossen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und der Vorsitzende der Länder-Innenminister, Roger Lewentz (SPD) aus Rheinland-Pfalz, hatten zur Begründung auch Sicherheitsaspekte angeführt. Manche Bewerber gäben sich fälschlich als Syrer aus, um ihre Anerkennungschancen zu steigern, hieß es. Nach den Terror-Anschlägen von Paris waren in Deutschland Forderungen laut geworden, die Identität aller Schutzsuchenden ohne Ausnahme genau zu ermitteln.

Wegen der hohen Flüchtlingszahlen hatte das Bamf Ende 2014 begonnen, Asylanträge von Bewerbern aus Syrien, dem Irak und Eritrea nach Aktenlage zu bearbeiten. Die Migranten konnten ihre Fluchtgründe schriftlich erklären. Seitdem bekamen sie fast durchweg Schutz als Flüchtlinge nach der Genfer Konvention. Nun ist es auch möglich, dass sie nur einen schwächeren Status erhalten - sogenannten subsidiären Schutz. Dies könnte Folgen für den Nachzug von Angehörigen haben.
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