Tausende Betroffene nach Attacken abgewiesen
Viel zu wenig Platz in Frauenhäusern

Emilia Müller. Bild: Hartl
Politik BY
Bayern
22.04.2016
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München. In Bayern fehlt es an Plätzen in Frauenhäusern. Das geht aus einer Bedarfsermittlungsstudie der Universität Erlangen-Nürnberg im Auftrag des Sozialministeriums hervor. Demnach mussten 2014 rund 2000 Frauen abgewiesen werden, die wegen gewalttätiger Ehemännern oder Lebenspartner um Schutz angefragt hatten, zwei Drittel davon wegen Platzmangels. Etwa ein Drittel davon habe immerhin anderweitig untergebracht werden können. Nach der Studie gibt es in Bayern derzeit 426 Schutzplätze für hilfesuchende Frauen und 504 Plätze für deren Kinder, die von den Betroffenen jeweils für einige Monate genutzt werden.

"Es ist alarmierend, wenn jede zweite Frau in einer Notsituation abgewiesen werden musste", kommentierte Sozialministerin Emilia Müller die Daten, nach denen nur rund 1500 Frauen in Frauenhäusern hätten aufgenommen werden können. Sie kündigte die Einsetzung einer Arbeitsgruppe mit externen Experten an, die ein Gesamtkonzept für die Verbesserung des Hilfssystems für gewaltbetroffene Frauen und ihrer Kinder entwickeln soll. Ein Grund für die angespannte Platzsituation in den Frauenhäusern ist demnach, dass die Frauen dort länger bleiben müssen als nötig, weil sie keine andere Wohnung finden.

In der Oberpfalz gibt es derzeit 41 Schutzplätze für Frauen, 38 davon in Frauenhäusern. Nach der Auflistung sind es in Regensburg 31, in Weiden 7, in Amberg 3 und im Landkreis Schwandorf 6. Die nördliche Oberpfalz gilt damit laut Studie als unterversorgt, viele betroffene Frauen müssten oft weite Wege zurücklegen, um Unterstützung zu erhalten. Den tatsächlichen Bedarf konnte die Studie wegen fehlender Angaben aus der Region nicht ermitteln.

Es wird aber davon ausgegangen, dass in Bayern insgesamt rund 400 zusätzliche Plätze in Frauenhäusern benötigt werden. Daneben empfehlen die Autoren der Studie einen Ausbau der Fachberatung für gewaltbetroffene Frauen, eine bessere Finanzausstattung der Frauenhäuser, mehr Gewaltprävention und eine umfassendere Sozialbetreuung.
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