Tausende Streikende im öffentlichen Dienst
Druck im Kessel

Vor dem Nürnberger Gewerkschaftshaus treffen sich tausende Demonstranten zur Verdi-Kundgebung. Bild: dpa
Politik BY
Bayern
21.04.2016
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Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes erhöhen die Gewerkschaften den Druck weiter: In Franken blieben etliche Kitas geschlossen, in Weiden hatten die Thermenwelt und das Kinderhaus Tohuwabohu dicht. Die nächsten Streiks sind schon geplant.

Nürnberg/Weiden. (dpa/ps) Eine Woche vor der nächsten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst haben am Donnerstag mehrere Tausend Beschäftigte in Bayern gestreikt. Betroffen waren besonders öffentliche Verwaltungen, Schwimmbäder, städtische Behinderteneinrichtungen und Kindertagesstätten in Franken. In Nürnberg blieben 118 der 139 Kitas geschlossen. Notdienste standen als Notlösung zur Betreuung der Kinder bereit. Am Freitag sollen die Kitas wieder regulär öffnen. Am Donnerstag fanden sich mehrere Tausend Beschäftigte zu Kundgebungen in der Nürnberger Innenstadt ein.

In Weiden zogen rund 150 Teilnehmer am Mittag vom Streiklokal am Hetzenrichter Weg zur Kundgebung vor dem Weidener Klinikum. Mitarbeiter der Kliniken AG und der Sparkasse Oberpfalz Nord trafen hier außerdem zur "aktiven Mittagspause" ein. Vertreten waren unter den Streikenden die Agentur für Arbeit Weiden, die Stadt Weiden, das Jobcenter Weiden-Neustadt, die Bundeswehr Dienstleistungszentren Weiden und Grafenwöhr sowie der Markt Wernberg, der deshalb geschlossen war.

"Die Zahl der Teilnehmer steigt täglich", freute sich Alexander Gröbner, Verdi-Geschäftsführer in der Oberpfalz. Mit rund 250 Teilnehmern wertete er die Aktion in der Max-Reger-Stadt als bisherigen Höhepunkt der Warnstreiks im Bezirk. Die Lohnforderung von sechs Prozent sei nicht zu viel, erklärte Verdi-Bezirksvorsitzende Petra Graf. Es gelte: "Gute Arbeit muss ordentlich bezahlt werden."

Die nach Gewerkschafts-Angaben mehr als 6000 Streik-Teilnehmer am Donnerstag bayernweit seien ein "wirklich mächtiges Signal in Richtung Arbeitgeber", betonte Norbert Flach, stellvertretender Verdi-Landesbezirksleiter Bayern. "Das stärkt unserer Verhandlungsführung den Rücken und wird auch nochmal die Streiks, die nächste Woche stattfinden, beflügeln", betonte er. Die Dienstleistungsgewerkschaft fordert für die gut zwei Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen unter anderem sechs Prozent mehr Lohn.

Die Arbeitgeber haben inzwischen drei Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwei Jahre angeboten, was die Gewerkschaften aber ablehnten. Die dritte Verhandlungsrunde ist am 28. und 29. April.

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