Umfrage sieht AfD im Bayerischen Landtag
CSU muss um absolute Mehrheit fürchten

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Bayern
03.11.2016
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Die CSU ist stolz auf ihre absolute Mehrheit in Bayern. Sie ist der Garant für den großen Einfluss in Berlin und Brüssel. Eine aktuelle Umfrage zeigt aber nun: Der Erfolg der AfD nagt am Machtmonopol.

München. Zwei Jahre vor der Landtagswahl muss die CSU in Bayern den Verlust der absoluten Mehrheit fürchten. Derzeit würden sich nur noch 44 Prozent der Wähler für die CSU entscheiden, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Hamburger Instituts GMS im Auftrag von Sat1 Bayern ergab. Die SPD käme auf 18 Prozent, die Grünen auf 10 Prozent und die Freien Wähler auf 6 Prozent. In den Landtag einziehen würden der Umfrage zufolge auch die AfD (9 Prozent) und die FDP (6 Prozent).

"Die Umfrage zeigt: In den nächsten Monaten geht es ums Ganze", sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer. Die CSU müsse ihre Erfolge beim Länderfinanzausgleich oder bei der Erbschaftsteuer mit mehr Nachdruck verkaufen. "Wir wünschen uns zudem mehr Rückenwind aus Berlin. Die Zahlen sind eine Momentaufnahme mit Luft nach oben."

Bei der Landtagswahl 2013 hatte die CSU noch 47,7 Prozent der Stimmen für sich verbuchen können. Sie regiert seither alleine im Landtag. Die SPD kam vor drei Jahren auf 20,6 Prozent, die Grünen auf 8,6 und die Freien Wähler auf 9,0 Prozent. Die nächste Wahl in Bayern ist im Herbst 2018 - spätestens im November.

Eine Alleinregierung der CSU wünschen sich den Befragten zufolge aktuell nur 30 Prozent der Bayern. 39 Prozent bevorzugen eine von der CSU geführte Koalition. Knapp ein Viertel der Bayern (23 Prozent) sprachen sich für eine Koalition ohne CSU-Beteiligung aus. 8 Prozent machten keine Angaben. Innerhalb der CSU-Wählerschaft sieht das Stimmungsbild erwartungsgemäß anders aus: 83 Prozent sind für eine Alleinregierung der CSU, 16 Prozent für eine CSU-Koalition.

Markus Söder vorn


Bei der Frage nach den künftigen Führungsköpfen in der CSU darf sich Finanzminister Markus Söder als Gewinner fühlen: Unter den Wählern der Partei stimmten 40 Prozent für den Franken, 13 Prozent für Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, 6 Prozent für Innenminister Joachim Herrmann. Auch den Posten des Ministerpräsidenten trauen die meisten Befragten Söder zu: 34 Prozent der CSU-Wähler und 28 Prozent der gesamten Bevölkerung votierten für ihn. Für die von Horst Seehofer geforderte Trennung der Ämter Parteichef und Ministerpräsident stimmten zwar nur 36 Prozent der CSU-Wähler, aber dafür 49 Prozent der Gesamtbevölkerung. 51 Prozent der CSU-Wähler gaben zudem an, Seehofer sollte selbst beide Positionen weiterhin behalten. (Seite 5)

Die Umfrage zeigt: In den nächsten Monaten geht es ums Ganze.CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer
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