UN befürchten Blutbad

Politik BY
Bayern
11.10.2014
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Trotz der Luftschläge rücken IS-Dschihadisten an die türkische Grenze bei Kobane vor. In der Grenzstadt bauen sie ihre Macht aus. Die UN warnen vor einem zweiten Srebrenica.

(dpa/epd) Mit dem weiteren Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an der syrisch-türkischen Grenze spitzt sich die Lage in der Region von Kobane dramatisch zu. Kurdische Milizionäre kämpften erbittert um die Kontrolle einer lebenswichtigen Verbindungsstraße zur Türkei. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sagte Ankara erneut den Schutz des Bündnisses zu. Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, warnte in Genf, dass zwischen 500 und 700 Zivilisten noch immer in Kobane seien. Sollte die Kurdenstadt in die Hände von IS-Kämpfern fallen, drohe ein Blutbad wie im bosnischen Srebrenica. Dort waren 1995 etwa 8000 muslimische Jungen und Männer getötet worden. Außer den Menschen in Kobane befänden sich noch zwischen 10 000 und 13 000 Menschen im Grenzgebiet zwischen Syrien und der Türkei, sagte der UN-Gesandte.

In Kobane bauten die IS-Dschihadisten ihre Machtposition aus. Nach Angaben syrischer Menschenrechtsbeobachter brachten sie seit ihrem Vormarsch in die Kurdenbastion trotz internationaler Luftschläge und der erbitterten Gegenwehr kurdischer Kämpfer rund 40 Prozent der umkämpften Stadt unter ihre Kontrolle. Laut Aktivisten eroberte der IS zuletzt mehrere Gebäude der Sicherheitskräfte und das Hauptquartier der kurdischen Verwaltung.

Die Bezirksverbände München und Oberfranken des Evangelischen Arbeitskreises der CSU (EAK) fordern unterdessen ein militärisches Engagement Deutschlands im Kampf gegen die IS-Terroristen. Deutschland werde seiner Verantwortung und der konkreten eigenen Bedrohung derzeit nicht gerecht, erklärten die EAK-Bezirksvorsitzenden Jürgen Henkel (Oberfranken) und Jürgen Steffan (München) in einer am Freitag verbreiteten Resolution. Der "Islamische Staat" führe "längst einen Vernichtungskrieg gegen die westliche Welt und das Christentum".
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