Unbekanntes Terrain
Ilse Aigner reist in den Iran

Politik BY
Bayern
03.09.2016
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Per Flugzeug ist die Reise von München nach Teheran schnell erledigt. Doch jahrelang war das Land im Nahen Osten wegen internationaler Handelsbeschränkungen kaum für die hiesige Wirtschaft erreichbar. Das soll sich jetzt ändern.

München/Teheran. Begleitet von einer rund 50-köpfigen Delegation will Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am heutigen Samstag für vier Tage den Iran besuchen. Es ist ihre erste Reise nach Teheran nach der formellen Aufhebung der westlichen Wirtschaftssanktionen. Der Iran steht derzeit bei westlichen Politikern und Unternehmern ganz hoch im Kurs, alle hoffen auf gute Geschäfte. "Im Iran besteht aufgrund der Wirtschaftssanktionen ein enormer Nachholbedarf. Das bietet gerade für unseren bayerischen Mittelstand viele Exportchancen, die wir nutzen wollen", sagte Aigner am Freitag in München. Ein wichtiges Thema auf der Reise seien die nach wie vor bestehenden Probleme im internationalen Zahlungsverkehr. "Diese wollen wir lösen", betonte Aigner und kündigte Gespräche mit iranischen Banken an. Die meisten westlichen Banken bieten aus Sorge um Restriktionen in den USA noch immer keine Möglichkeiten für Überweisungen an. Dies stellt Unternehmen, die im Iran Geschäfte machen wollen, vor organisatorische Probleme. Die Produkte bayerischer Unternehmen seien im Iran gefragt, hieß es weiter. Dabei seien vor allem die Bereiche Maschinenbau, Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, technische Infrastruktur, Umwelttechnik, Energietechnik, Pharmazie und Medizintechnik interessant, sagte Aigner. Großes Interesse gebe es auch an direkten Investitionen. Bei der bis 6. September dauernden Reise werde der Fokus auf die Maschinenbau-Branche gelegt.

Politische Gespräche


Darüber hinaus will sich Aigner auch mit dem iranischen Industrieminister Mohammad Reza Nematzadeh sowie dem Vizeindustrieminister und Vorstandsvorsitzenden der staatlichen Investitionsbehörde, Mansour Moazami, zu politischen Gesprächen treffen. Geplant seien auch Gespräche mit dem Vize-Gouverneur der Iranischen Zentralbank.

Mit Kopftuch - zähneknirschend aus RespektIm Iran wird auch Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ein Kopftuch tragen. "Ich halte mich an die Gesetze des Landes und erwarte umgekehrt, dass sich Gäste in unserem Land an die hiesigen Gesetze und Gebräuche halten", sagte Aigner am Freitag in München. Zuvor hatte bereits der "Münchner Merkur" darüber berichtet. Sie betonte aber, dass sie den "Kopftuch-Zwang" deshalb noch lange nicht akzeptiere: "Respekt vor der Religion schließt Menschenrechtsverstöße nicht ein. Mit dem Kopftuch wird die Frau entwürdigt, verliert ihr menschliches Antlitz und wird zu einem Phantom." Sie sei froh, dass in Deutschland diese Kleidervorschriften undenkbar seien. (dpa)
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