Urteil in Modellbau-Affäre
Geldstrafe für Hubert Haderthauer

Hubert Haderthauer ist vom Landgericht München wegen Steuerhinterziehung und versuchten Betrugs zu einer Geldstrafe von 18 900 Euro verurteilt worden. Bild: dpa
Politik BY
Bayern
26.02.2016
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München. In der Modellbau-Affäre ist der suspendierte Landgerichtsarzt Hubert Haderthauer wegen Steuerhinterziehung und versuchten Betrugs zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Mann der früheren Staatskanzleichefin Christine Haderthauer muss 18 900 Euro zahlen, befand das Landgericht München II am Donnerstag. Es folgte damit weitgehend der Argumentation der Staatsanwaltschaft, die aber eine Verurteilung des 59-Jährigen wegen vollendeten Betrugs gefordert hatte. Beim Strafmaß blieb die Kammer klar hinter der Forderung der Anklage nach einer elfmonatigen Bewährungsstrafe zurück.

Die Eheleute Haderthauer waren bis 2008 nacheinander Miteigentümer des Unternehmens Sapor Modelltechnik, das teure Modellautos verkaufte, die von Straftätern in der Psychiatrie gebaut wurden. Wichtigster Konstrukteur war ein verurteilter Dreifachmörder. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Haderthauer vier Autos im Wert von zusammen 60 000 Euro für sich aus dem Betrieb entnommen und beim Verkauf der Firma verschwiegen hatte. Damit habe er seinen früheren Mitgesellschafter Roger Ponton täuschen wollen. Eine Anzeige Pontons hatte die Ermittlungen einst ins Rollen gebracht.

Der Vorsitzende Richter sagte, Haderthauer habe gewusst, was die Autos kosten. Er habe gewusst, dass er sie behalten habe. Und beides habe er seinem Rechtsanwalt, der die Vergleichverhandlungen mit Ponton führte, verschwiegen. Das Gericht ging aber schlussendlich nur von einem versuchten Betrug aus. Zudem sah es das Gericht als erwiesen an, dass Haderthauer Provisionen aus dem Verkauf von Modellautos nicht beim Finanzamt angegeben hatte.

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