US-Deserteur
Kein Asyl für US-Soldaten

Der Deserteur und frühere US-Soldat André Shepherd (rechts) und sein Anwalt Reinhard Marx im Verhandlungssaal im Verwaltungsgericht München. Bild: dpa
Politik BY
Bayern
17.11.2016
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Der US-Soldat André Shepherd wirft Amerika Kriegsverbrechen im Irak vor. Um sich daran nicht beteiligen zu müssen, beantragte Asyl in Deutschland. Ohne Erfolg - doch aufgeben wollen Shepherd und seine Unterstützer noch nicht.

München. Der desertierte US-Soldat André Shepherd ist mit seinem Asylantrag vor dem Verwaltungsgericht München gescheitert. Das Gericht sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Fahnenflucht des Klägers nicht das letzte Mittel gewesen sei, um nicht an der Begehung von Kriegsverbrechen beteiligt zu werden, teilte Sprecher Florian Huber am Donnerstag mit. Shepherd habe sich trotz seiner moralischen Zweifel nicht mit der Möglichkeit der Kriegsdienstverweigerung beschäftigt und auch sonst keine Versuche unternommen, eine Versetzung oder eine Entlassung zu bewirken.

Shepherd war im April 2007 von seinem US-Stützpunkt in Bayern geflohen, um einem weiteren Einsatz im Irak-Krieg zu entgehen. Der heute 39-Jährige beantragte Asyl, die Behörden lehnten den Antrag ab.

Mit der Zuversicht, "zu 100 Prozent im Recht zu sein", zog Shepherd vor das Verwaltungsgericht München. Das Gericht hatte das Verfahren 2013 ausgesetzt und dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Fragen zur Auslegung von Vorschriften im EU-Flüchtlingsrecht vorgelegt. Nach dem EuGH-Urteil aus dem Februar 2015 gab es nur wenig Hoffnung für Shepherd: Eine drohende Freiheitsstrafe oder die Entlassung aus der Armee könnten nicht als Asylgründe gelten.

Bei der Fortsetzung des Prozesses am Mittwoch musste Shepherd in einer fünfstündigen Verhandlung seine Motivationen erläutern. Die Kammer befragte ihn detailliert zu seinen Erlebnissen vom Eintritt in die Armee bis zu seiner Fahnenflucht. Das Gericht urteilte: Shepherd habe nicht plausibel klar gemacht, dass seine Einheit in Kriegsverbrechen verwickelt worden wäre. Pro-Asyl-Vertreter Bernd Mesovic sagte, gemeinsam mit Anwalt Marx werde eine Berufungsklage vorbereitet.
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