Waffenrechtsnovellewirkt
Weniger Besitzkarten, mehr Waffen

Durchschlagender Spaß: Obwohl die Zahl der Waffenbesitzkarten sinkt, steigt die Zahl der Waffen - vor allem aufgrund der Nutzung für die Jagd oder für den Sport. Archivbild: Hartl
Politik BY
Bayern
24.05.2016
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Weniger Waffenbesitzkarten, weniger "Große Waffenscheine": Die Zahl der Waffenbesitzer sinkt. Allerdings vollzog sich im vergangenen Jahr auch eine gegenläufige Entwicklung.

München. In der Oberpfalz geht die Zahl der Waffenbesitzer weiter zurück. Das teilte das Innenministerium den Grünen auf Anfrage mit. Zum Stichtag 1. Januar 2016 verfügten in der Oberpfalz 23 887 Personen über eine Waffenbesitzkarte. Im Vergleich zum 1. Januar 2013 bedeutet dies einen Rückgang um rund 6300.

Damit setzte sich der mit der Waffenrechtsnovelle im Jahr 2009 eingeleitete Trend zur Rückgabe von Waffenbesitzkarten fort. Im gleichen Zeitraum um 1000 auf gut 128 000 angestiegen ist dennoch die Zahl der - überwiegend für Jagd und Schützensport - registrierten Waffen.

Regensburg an der Spitze


Unter den Städten der Oberpfalz führt Regensburg die Statistik an. Dort hatten zum Stichtag 1318 Personen eine Waffenbesitzkarte, 6497 Waffen waren registriert. In Weiden waren es 619 Waffenbesitzer mit 3137 Waffen, in Amberg 535 Besitzer mit 3752 Waffen. Für die Landkreise der Oberpfalz weist die Statistik folgende Daten aus: Regensburg 4715 Besitzer mit 25 713 Waffen, Cham 3747 mit 18 719, Schwandorf 3698 mit 20 498, Neustadt/WN 2528 mit 13 536, Amberg-Sulzbach 2349 mit 12 787, Neumarkt 2375 mit 12 868 und Tirschenreuth 2003 mit 10 580. Bayernweit besaßen 218 508 Personen legal mehr als 1,13 Millionen erlaubnispflichtige Schusswaffen. Die überwältigende Mehrheit der Waffenbesitzer geht mit den unter ihrem Namen registrierten Waffen verantwortungsbewusst um. So wollten die Grünen wissen, wie oft es in den vergangenen fünf Jahren mit rechtmäßig besessenen Schusswaffen zu Personenschäden gekommen war. Hintergrund der Frage war der Tod eines 11-jährigen Mädchen aus Unterfranken, das in der diesjährigen Silvesternacht aus einer legal besessenen Kleinkaliberwaffe erschossen wurde.

Nach Auskunft des Innenministeriums gab es von 2011 bis 2015 sieben Fälle, in denen eine registrierte Schusswaffe gegen Personen abgefeuert wurde, in sechs Fällen mit tödlichem Ausgang. Im gleichen Zeitraum wurde 32 Mal mit illegal besessenen Waffen auf Menschen geschossen, 20 Tote waren dabei zu beklagen. Dem Rückgang bei der Zahl der Waffenbesitzkarten steht neuerdings ein starker Anstieg bei der Ausstellung des sogenannten "Kleinen Waffenscheins" gegenüber, der unter anderem das Mitführen von Schreckschusspistolen oder Reizgaswaffen erlaubt. In der Oberpfalz hat sich die Zahl der Neuvergaben im Laufe des vergangenen Jahres auf 607 fast verdreifacht.

Auf Niveau der Vorjahre


Dagegen blieb die Zahl der neu beantragten "Großen Waffenscheine", die unter eng begrenzten Voraussetzungen das Mitführen geladener Schusswaffen in der Öffentlichkeit erlauben, mit insgesamt sechs noch hinter den ohnehin niedrigen Werten der Vorjahre zurück. Die Zahl der Anträge auf Erteilung einer neuen Waffenbesitzkarte bewegte sich mit 1239 etwas über dem Niveau der Vorjahre.
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